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APA-Artikel 23. September 2015

Flüchtlinge - Kinderärzte fordern Immigranten-Gesundheitspass

Österreichs Kinderärzte fordern einen Gesundheitspass für Flüchtlingskinder und -jugendliche. Der Pass soll den Informationsfluss zwischen betreuenden Ärzten von der Einreise bis zu niedergelassenen Ärzten und Schulärzten garantieren, teilte die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde am Mittwoch in einer Aussendung zur bevorstehenden Jahrestagung in Eisenstadt mit.

Weiters verlangt wird eine Informationskampagne für alle in die Betreuung von Flüchtlingskindern involvierten Ärzte hinsichtlich der Richtlinien zur Medizinischen Versorgung und zum Vorgehen im Seuchenfall. Die EU und Österreich seien aktuell mit der größten Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert, welche die Politik und Zivilgesellschaft vor enorme Herausforderungen stelle.

"Die meisten der Flüchtlingskinder, die zu uns kommen, sind durch schwere traumatische Erlebnisse in der Heimat und auf der Flucht extrem belastet und viele haben gesundheitliche oder psychische Probleme. Sie bedürfen einer angemessenen medizinischen und sozialen Versorgung", sagte Nicole Grois, Leiterin der Arbeitsgruppe "Medizinische Versorgung von Flüchtlingskindern" der Politischen Kindermedizin, Wien. Wichtig sei, dass alle dieser Kinder unabhängig von ihrem Asylstatus Zugang zu medizinischer Versorgung im Sinne von Prävention und Therapie hätten.

Aktuell gebe es drei Ebenen medizinischer Betreuung für Flüchtlingskinder - die Akutversorgung nach der Ankunft in Österreich bzw. bei der Durchreise, die Erstaufnahmeuntersuchungen und weitere medizinische Behandlung etwa in den Erstaufnahmezentren sowie Nachfolgeuntersuchungen und kinderärztliche Versorgung in den Betreuungsinstitutionen.

Die Österreichische Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde hält von Donnerstag bis Samstag in Eisenstadt ihre 53. Jahrestagung ab. Leitthema der Tagung ist "das verletzte Kind".

apa.at

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