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APA-Artikel 11. September 2015

Pflege - Seniorenvertreter fordern einheitliche Standards

Das von Caritas-Präsident Michael Landau und Patientenanwalt Gerald Bachinger vorgestellte Programm zur Pflege ruft Vertreter von Parteien und Organisationen auf den Plan. Der Pensionistenverband will das Pflegesystem ausbauen und sieht Bund wie Länder gefordert, der Seniorenbund tritt für den Grundsatz Geldleistungen vor Sachleistungen ein. Die Grünen vermissen ein langfristiges Konzept.

Der Österreichische Seniorenbund unterstützt die von Landau und Bachinger am Freitag vorgestellten Forderungen zur langfristigen Pflegesicherung explizit. Bundesobmann-Stellvertreterin Ingrid Korosec sprach sich in einer Aussendung für eine "umfassende Vereinheitlichung der Standards hinsichtlich Zugang, Kosten und Qualität" aus.

Hausbesuche und die Beratungsangebote sollen "massiv" ausgebaut werden, darüber hinaus solle der Pflegefonds "ins Dauerrecht kommen", "zentral gesteuert" und die Angebote in den Bereichen mobile Pflege, betreutes Wohnen, Kurzzeit- und Tagespflege ausgeweitet werden. Der Seniorenbund forderte auch eine rasche Aufnahme der Verhandlungen zum Pflegefonds - unabhängig von den Verhandlungen zum Finanzausgleich -, wobei Geldleistungen Sachleistungen vorzuziehen seien. Kritik übt Korosec an den "äußerst unterschiedlichen Bedarfsentwicklungsplänen der Bundesländer".

"Damit auch in Zukunft jeder, der in Österreich Pflege benötigt, diese - unabhängig vom Wohnort und Geldbörsel - erhält, müssen wir unser Pflegesystem weiter ausbauen und seine Finanzierung sichern", schrieb Pensionistenverband-Präsident Karl Blecha in einer Aussendung vom Freitag. Österreich habe zwar eines der besten Pflegesysteme der Welt, es müsse aber rasch an die Herausforderungen der Zukunft angepasst werden. Der Pensionistenverband setze sich für eine gesetzlich garantierte Finanzierung des Pflegefonds über das Jahr 2018 hinaus ein, "Bund und Länder müssen an einem Strang ziehen und Pflegestrukturen modernisieren".

Weitere Forderungen des Pensionistenverbands sind ein Rechtsanspruch auf Pflegekarenz und Pflegeteilzeit, die Stärkung bundeseinheitliche Standards für Pflege und Betreuung und der Ausbau von betreutem Wohnen, der stationären und mobilen Dienste sowie der Tagesbetreuungseinrichtungen. Auf der Wunschliste des Pensionistenverbands stehen auch die "konsequente Umsetzung der Demenzstrategie" und die Aufwertung des Pflegeberufs.

"Pflegepolitik verlangt Weitblick und ein langfristiges Konzept", schreibt Judith Schwentner, Sozialsprecherin der Grünen, in einer Aussendung - "beides vermisse ich bei dieser Regierung". Sollte der Pflegefonds im Rahmen der Finanzausgleichsverhandlungen "lediglich um zwei Jahre verlängert werden, ist uns das zu wenig", ebenso seien darin konkrete Mindeststandards für die Qualität der Pflege ausschlaggebend.

Schwentner sieht den Pflegebereich in Richtung eines Zwei-Klassen-Pflegesystems abdriften. Ohne Erbschafts- und Schenkungssteuer werde man der Grünen-Sozialsprecherin zufolge "in der Langzeitpflege nicht auskommen". Der Pflegebereich brauche österreichweit einheitliche Standards - und der Pflegefonds habe nicht nur die Funktion, Geld zu verteilen. Vielmehr sollte er "steuernd eingreifen und für Gleichbehandlung von pflegebedürftigen Menschen sorgen".

apa.at

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