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APA-Artikel 11. September 2015

Künftig soll auch an der ETH Zürich Medizin studiert werden können

Die ETH Zürich will sich ab Herbst 2017 an der Ausbildung von Medizinern beteiligen. Mit einem neuen Bachelorstudiengang soll auf die rasante technische Entwicklung im medizinischen Umfeld sowie auf den Ärztemangel reagiert werden. Dabei kann die ETH auf drei universitäre Partner zählen.

Der erfolgreiche Abschluss des neuartigen ETH-Studiengangs würde die Absolventen dazu qualifizieren, anschliessend ein Medizinstudium an einer der Partneruniversitäten aufzunehmen. Zu diesen gehören die Universitäten Basel und Zürich sowie die Università della Svizzera italiana, wie die vier Hochschulen am Freitag gemeinsam mitteilten.

Der Bachelorstudiengang der ETH Zürich soll ab Herbst 2017 für 100 Studierende angeboten werden. Er wird für eine Pilotphase von sechs Jahren gemäss den kantonalen und eidgenössischen Richtlinien in der Medizinausbildung konzipiert.

"Wir möchten der rasanten technologischen Entwicklung in der Medizin Rechnung tragen und einen Beitrag leisten, um mehr Ärztinnen und Ärzte auszubilden", wird ETH-Präsident Lino Guzzella in der Mitteilung zitiert. Zudem könne die ETH ohne Medizinforschung ihre internationale Spitzenposition nicht verteidigen.

Geplant sind verschiedene Schwerpunkte, darunter biomedizinische Bildgebung und Engineering, Medizin-Informatik, personalisierte Medizin, molekulare Gesundheitswissenschaften und Genetik.

Die Zahl der Absolventen müsste mit den Aufnahmekapazitäten der schweizerischen Medizinischen Fakultäten auf Masterstufe abgestimmt werden. Dies bedeutet, dass auch eine Zulassungsbeschränkung möglich sein muss. Da diese heute nicht erlaubt ist, müsste das ETH-Gesetz entsprechend geändert werden.

Eine Revision dieses Gesetzes schickte der Bundesrat am Freitag in die Vernehmlassung. Der ETH-Rat soll demnach die Möglichkeit erhalten, Zulassungsbeschränkungen für alle Studierenden dieser Fachrichtung zu beschliessen. Das Ziel sei, dass der an den Universitäten geltende Numerus Clausus nicht unterlaufen werde, schreibt der Bundesrat.

Es gehe nicht anders, sagte Guzzella in einem Interview mit NZZ online vom Freitag. "Sonst würden alle, die keinen Platz an einer anderen Uni erhalten haben, bei uns vor der Türe stehen." Man dürfe nicht mehr Studierende zulassen, als die Partneruniversitäten nachher im Master aufnehmen könnten. An der ETH werde der Numerus Clausus aber nur für die Medizin-Ausbildung gelten.

Nicht vorgesehen ist ein Master-Studiengang für Medizin. "Wollten wir einen Master anbieten, bräuchten wir eine Klinik", sagte Guzzella. Mit dem Universitätsspital Zürich habe man bereits einen wertvollen Partner.

Die ETH sei offen für weitere Partner, sagte Guzzella. "Wir würden uns freuen, wenn noch andere Universitäten mitmachen würden." Die bis jetzt beteiligten Hochschulen planen, die Synergien so zu nutzen, dass ein möglichst kostengünstiger Studiengang entsteht, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Mit den zusätzlichen Studienplätzen könne die Klinische Forschung gestärkt und die Zahl an Medizinerinnen und Mediziner mit Spezialwissen in Naturwissenschaften und Technik erhöht werden. Von den Forschungsergebnissen könnten letztlich auch die Patienten profitieren.

apa.at

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