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APA-Artikel 7. September 2015

McDonald will Krankenkassen ohne Hilfe der Politik auf Kurs bringen 1

Der Vorsitzende im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Peter McDonald, will die wieder ins Minus gerutschten Krankenkassen ohne Hilfe der Politik auf Kurs bringen. Im APA-Interview verwies er auf eine Reihe von eingeleiteten Maßnahmen, wie etwa die Bemühungen zur Senkung der Medikamentenkosten, und sagte: "Wir wollen versuchen, damit eine ausgeglichene Gebarung zu erreichen."

Beitragserhöhungen zur Schließung des für heuer prognostizierten Defizits von fast 130 Millionen Euro schließt McDonald aus. Er verweist darauf, dass Österreich mit rund 35 Milliarden Euro insgesamt schon sehr viel Geld im europäischen Vergleich im Gesundheitssystem investiert. Und auch bei öffentlichen Mitteln ist der Hauptverbands-Chef zurückhaltend. Auf die Frage, ob man den früher mit 100 Mio. und nach einer kurzen Auszeit nun mit zehn Mio. Euro wieder dotierten Strukturfonds aufstocken sollte, sagte McDonald: "Natürlich wäre es hilfreich, ein stärkeres Steuerungsinstrument zu haben, aber es ist auch nicht das Allheilmittel."

Ein großes Problem sind die Medikamentenkosten, die mit einer prognostizierten Steigerung von 8,1 Prozent für heuer eine Lücke von mehr als 120 Mio. Euro reißen. Mit der Pharma-Industrie wurde dazu bereits ein Paket ausverhandelt, das 125 Mio. Euro bringen soll, das aber von den Firmen nicht angenommen wurde. McDonald würde auch ein Alternativmodell akzeptieren, wenn es den gleichen Betrag bringt. Er will jedenfalls den partnerschaftlichen Weg weiter gehen und hofft immer noch auf eine vertragliche Lösung. Wenn das aber nicht gelingen sollte, wäre die Politik gezwungen, aktiv zu werden. Ob dann eine gesetzliche Regelung kommen würde, wäre Angelegenheit der Politik.

An weiteren eingeleiteten Maßnahmen zur Gesundung der Kassen nennt der Hauptverbands-Chef die Bemühungen zum effizienteren Einsatz der Mittel. Er habe in seinem Haus bereits den Auftrag erteilt, gemeinsam mit den Sozialversicherungsträgern entsprechende Potenziale zu analysieren und zu heben. Generell sei es in den nächsten Jahren das Ziel, auch im Spitalsbereich Effizienzpotenziale zu heben, um damit auch den niedergelassenen Bereich ausbauen zu können. Weiters verweist McDonald auf die ab 2016 geltenden Maßnahmen gegen Sozialmissbrauch im Gesundheitswesen. Von ausländischen Kassen habe man für die Behandlung von ausländischen Patienten von insgesamt 25 Mio. Euro an Außenständen bisher 15 Mio. wieder eingebracht. Mit einer strukturierten Betreuung von chronisch Kranken wie etwa Diabetes-Patienten will man nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen verbessern, sondern auch die Ausgaben senken. Und einen stärkeren Fokus will McDonald auch auf die Gesundheitsförderung legen.

In diesem Zusammenhang kündigt der Sozialversicherungs-Chef auch eine Reform der Vorsorge-Untersuchung an, die von mehr als einer Millionen Menschen pro Jahr in Anspruch genommen wird. Der Patient soll dabei künftig auch eine Anleitung bekommen, wie er selbst etwas dazu beitragen kann, seinen Gesundheitszustand zu verbessern. Man sei hier in den Gesprächen mit der Ärztekammer zwar auf einem guten Weg, aber die Maßnahmen seien noch nicht ausdiskutiert, wollte McDonald noch keine Einzelheiten nennen. Und auch bei den Ärzte-Honoraren spießt es sich noch: "Die finanzielle Komponente hat stets eine sehr hohe Priorität für die Ärztekammer."

apa.at

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