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APA-Artikel 2. September 2015

Ärztebereitschaftsdienste werden in Vorarlberg neu geregelt

In Vorarlberg wird der Ärztebereitschaftsdienst ab November neu geregelt. Über eine elektronische Buchungsplattform können sich Ärzte, erstmals auch Spitalsärzte, freiwillig für Dienste eintragen. Zudem kann ein Mediziner künftig die Bereitschaft für mehrere Sprengel übernehmen. Landesrat Christian Bernhard (ÖVP) hofft, damit Probleme bei der Erfüllung öffentlich-rechtlicher Aufgaben zu lösen.

Für kriminalpolizeiliche Leichenbeschauen, Einweisungen in die Psychiatrie oder Hafttauglichkeitsuntersuchungen gebe es vor allem nach 20.00 Uhr in manchen Vorarlberger Gemeinden oder Talschaften Schwierigkeiten, einen Arzt aufzutreiben, informierte Bernhard am Mittwoch. Vertreter der Landespolizeidirektion, des Gemeindeverbandes, des Roten Kreuzes und der Ärzteschaft haben deshalb gemeinsam ein neues Bereitschaftsdienstmodell erarbeitet. Es basiert auf einer elektronischen Buchungsplattform, ähnlich einem Hotelreservierungssystem, in das sich Ärzte selbstständig für Tages- (7.00 bis 19.00 Uhr) oder Nachtdienste (19.00 bis 7.00 Uhr) eintragen können.

Die Bereitschaftsdienstentschädigung wurde hierfür erhöht, abgerechnet wird wöchentlich. Erstmals können im Rahmen des Pilotprojektes, das bis Ende 2016 dauert, auch Spitalsärzte Dienste übernehmen und zwar auch gleich für mehrere Sprengel. Die Infrastruktur der neuen Plattform ist bei der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) des Landes in Feldkirch angesiedelt. Dort wird Ende des nächsten Jahres auch der Telefon- und Web-basierte Erstkontakt- und Beratungsservice (Teweb) für medizinische Fragen eingerichtet. In diesem Zusammenhang soll das neue Modell - abseits des Rettungsdienstes - auch dort medizinische Leistungen garantieren, wo es keine Gemeindeärzte gibt.

Organisiert und finanziell abgewickelt wird der neue Ärztebereitschaftsdienst vom Roten Kreuz Vorarlberg. Für dieses Jahr stehen der Organisation hierfür knapp 60.000 Euro zur Verfügung, 2016 sind knapp 360.000 Euro budgetiert. Werde das Projekt am Ende der Laufzeit positiv evaluiert, soll es verlängert werden, betonte Bernhard.

apa.at

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