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APA-Artikel 24. August 2015

Alpbacher Gesundheitsgespräche 2 - Krankheit macht ärmer

Krankheit betrifft nicht nur Ärmere öfter. Sehr häufig - und oft von der Wohlstandsgesellschaft wenig beachtet - bedeuten schwere, langwierige bis chronische Erkrankungen erst recht den sozialen Abstieg.

So ist zum Beispiel die soziale und psychische Situation vieler Krebskranker zum Teil miserabel. Bereits im Jahr 2006 wiesen Onkologen der Universitätsklinik für Innere Medizin I im Wiener AKH auf dieses Faktum aus einer eigenen Erhebung hin. Ein Drittel der Patienten lebe an oder nahe der Armutsgrenze, hieß es. Die Experten hatten die Daten von 1.700 Patienten ausgewertet.

So zeigte sich, dass ein Drittel der Krebspatienten ein Familieneinkommen von weniger als 800 bis 1.300 Euro monatlich zur Verfügung hatte. Die Hälfte der Patienten waren auch Pensionisten, die keine Eigenvorsorge mehr leisten konnten. Und 20 Prozent der Studienteilnehmer waren Angestellte, die Sorgen bezüglich des Verlustes des Arbeitsplatzes hatten.

"Gerade die Kosten bei Krebs rekrutieren sich aus der chronischen Erkrankung, aus der chronischen Bettlägerigkeit, aus der Pflegebedürftigkeit und daraus, dass jemand den Beruf nicht mehr ausüben kann. Wenn jemand nach 15 Jahren Berufsausübung einen Hirntumor bekommt, bedeutet das eine Pension von weniger als 1.000 Euro im Monat. Das führt zu extremer Armut. Die Patienten müssen ihre Wohnung aufgeben und zu ihren Eltern übersiedeln", betonte dazu im Jahr 2008 der Chef der Onkologie-Abteilung im Wiener AKH (Comprehensive Cancer Center von AKH und MedUni Wien), Christoph Zielinski. Das hatte auch eine Studie der Wiener Spezialistin für Krebserkrankungen des Zentralnervensystems, Christine Marosi, an jungen Patienten mit Gehirntumoren ergeben.

apa.at

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