zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 21. August 2015

D: Apotheker: Arzneimittelkosten stiegen moderat

In den vergangenen Monaten kamen einige teure Arzneimittel auf den Markt. Doch Befürchtungen einer Kostenexplosion sind offenbar unbegründet.

Die Arzneimittelkosten sind im ersten Halbjahr moderat um 5,6 Prozent gestiegen - trotz Grippewelle Anfang des Jahres und etlicher sehr teurer neuer Präparate. Damit sei die Prognose, die für 2015 von einer 5,5-prozentigen Steigerung ausging, "fast punktgenau eingehalten" worden, sagte der Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände ABDA, Friedemann Schmidt, der Deutschen Presse-Agentur. "Wir stellen jetzt fest, dass die vermehrt in den Markt gebrachten, sehr, sehr hochpreisigen Präparate zu keiner Kostenexplosion bei den Arzneimitteln geführt haben." In den zurückliegenden Jahren waren die Ausgaben zum Teil deutlich stärker gestiegen.

Den Angaben zufolge beliefen sich die Arzneimittelausgaben (ohne Impfstoffe) im ersten Halbjahr auf insgesamt knapp 16,2 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,61 Prozent. Auf das Gesamtjahr 2015 hochgerechnet betrüge die Zunahme 3,1 Prozent. Die Rahmenvorgaben für die Entwicklung der Arzneimittelausgaben im jeweils kommenden Jahr werden von Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und dem Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenkassen (GKV) ausgehandelt.

Die GKV-Ausgaben für Impfstoffe wiesen den Angaben zufolge im Juni einen Zuwachs von 24,9 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat auf. Im ersten Halbjahr ergab sich danach ein durchschnittlicher Anstieg der Impfstoffausgaben von 10,5 Prozent. Dies sei im wesentlichen darauf zurückzuführen, dass mit dem Ausbruch der Masern Anfang des Jahres die Impfneigung deutlich zugenommen habe. In den Zahlen seien die Einsparungen der GKV durch Rabattverträge mit den Herstellern nicht enthalten, hieß es. 2014 beliefen sich diese Einsparungen auf 3,2 Milliarden Euro - rund sieben Prozent mehr als 2013.

Schmidt erläuterte: "Das System hat nach unserer Erfahrung inzwischen so viele selbsthemmende Mechanismen, die in den letzten Jahrzehnten eingezogen wurden, dass es in der Lage ist, solche hochpreisigen Innovationen aufzunehmen und zu verarbeiten, ohne dass die Deckel in die Luft fliegen." Er hob dabei auf das Hepatitis-C-Präparat Sovaldi ab, das einen ungewöhnlich hohen Wirksamkeitsgrad zeigt, aber auch entsprechend teuer ist. "Die Ärzte haben über Jahre gelernt, vorsichtig zu verordnen ... und entscheiden äußerst verantwortungsbewusst", sagte Schmidt.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben