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APA-Artikel 14. August 2015

Schweiz: Bund verhilft Patienten zu mehr Informationen über Spitäler

Der Bund verhilft Patientinnen und Patienten zu mehr Informationen über Spitäler. Auf einer Liste des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), die online einsehbar ist, sind Daten zu 165 Akutspitälern und 49 Krankheitsbildern erhältlich.

Wer für eine Operation ins Spital muss, kann sich mit der Liste des BAG informieren, wie viele gleichartige Eingriffe in den aufgeführten Spitälern bereits durchgeführt worden sind. Seit 2012 haben Patienten freie Spitalwahl, in der ganzen Schweiz.

Verglichen werden kann zum Beispiel der Ersatz von Hüft- und Kniegelenken, die Behandlung von Lungenentzündungen und Herzklappen-Operationen. Neu dazugekommen sind in diesem Jahr Hautkrankheiten und Transplantationen. Für bestimmte Behandlungen sind auch die Aufenthaltsdauern im Spital erfasst worden.

Je höher die Fallzahl für eine bestimmte Behandlung in einem Spital sei, desto mehr Erfahrung habe das Team, schrieb das BAG am Freitag. Das erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass die Qualität der Behandlung gut sei. Es will es Patienten und auch Ärzten einfacher machen, ein passendes Spital zu wählen.

Die Ergebnisse - sie basieren auf Zahlen von 2013 - sind nach Angaben des BAG "risikobereinigt". Die Liste enthält nicht nur die Zahl der Todesfälle pro Eingriff, sondern auch die Zahl der zu erwartenden Todesfälle. Bei Geburten wird auch der Anteil der Kaiserschnitte erfasst.

Die Erfassung und Publikation der Qualitätsindikatoren sind laut BAG gesetzlich vorgeschrieben und ein Teil der nationalen Qualitätsstrategie des Bundes. Die Indikatoren werden seit einigen Jahren veröffentlicht und sollen mehr Transparenz in das Gesundheitssystem bringen.

Die Spitäler und Kliniken der Schweiz verfügen über eigene Instrumente zur Erfassung der Qualität von Spitalbehandlungen. Der Branchenverband H+ kündigte im Mai an, ein in einigen Spitälern bereits angewandtes Peer-Review-Verfahren voranzutreiben und einheitlich zu gestalten.

Anhand von Dossiers von Patienten werden Diagnose, Therapie und Behandlung unter die Lupe genommen. Einbezogen wird - ein Novum - auch die Arbeit der Pflegerinnen und Pfleger. Das Verfahren soll ab 2016 landesweit eingeführt werden - auf freiwilliger Basis.

apa.at

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