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APA-Artikel 6. August 2015

Merck geht gestärkt in Mega-Übernahme - Schwacher Euro hilft

Nach Verzögerungen steht der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck nun kurz vor der größten Übernahme in der Unternehmensgeschichte. Der Kauf des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich werde für September erwartet, sagte Finanzchef Marcus Kuhnert am Donnerstag bei der Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal. Es fehlten noch kartellrechtliche Genehmigungen aus Brasilien, in Europa müssten noch Auflagen erfüllt werden. Ursprünglich sollte der Zukauf zur Jahresmitte über die Bühne gehen, davon war Merck im Mai aber abgerückt.

Mit Sigma-Aldrich wird Merck nach eigenen Angaben einer der führenden Anbieter in der weltweit 130 Milliarden Dollar schweren Life-Science-Industrie. Das sind Geschäfte rund um Gesundheit, Pflanzenschutz und Saatgut sowie Biotechnologie. Bereits vor dem Kauf des US-Laborzulieferers entwickelt sich das Geschäft mit Zubehör für Forscher und Pharmahersteller bei Merck zum größten Wachstumstreiber. Die Life-Science-Sparte legte im zweiten Quartal aus eigener Kraft deutlich stärker zu als das übrige Geschäft.

Ein ähnlich großer Deal war den Darmstädtern 2007 gelungen. Merck hatte für fast elf Milliarden Euro den Schweizer Biotech-Konzern Serono übernommen und wurde damit das größte Biotech-Unternehmen in Europa.

Im zweiten Quartal half der schwache Euro den Darmstädtern über schwächelnde Verkäufe bei wichtigen Medikamenten hinweg. Der Umsatz kletterte um 14,4 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft, also ohne den Rückenwind des schwachen Euro, stiegen die Erlöse lediglich um 2,2 Prozent. Unterm Strich blieben 343,4 Millionen Euro als Gewinn übrig, gut 13 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Seinen Ausblick für das laufende Jahr bestätigte der Konzern.

Bei Mercks Verkaufsschlager, dem Multiple-Sklerose-Medikament Rebif, wäre der Umsatz ohne Hilfe der Währungskurse um 12 Prozent gesunken. Das Mittel wird Patienten gespritzt und hat derzeit starke Konkurrenz durch Arzneien zum Schlucken. Auch der Umsatz mit dem Krebsmittel Erbitux ging aus eigener Kraft zurück.

apa.at

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