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APA-Artikel 5. August 2015

OÖGKK: Fusion spart keine Kosten, sondern würde sie sogar erhöhen

Eine Zusammenlegung von Krankenkassen würde keine Kosten sparen, sondern diese für die Leistungen sogar erhöhen. Das ist das Ergebnis einer von der Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse (OÖGKK) gemachten Analyse zum viel diskutierten Thema möglicher Einsparungen durch Fusionen. Die OÖGKK beruft sich dabei auch auf einen deutschen Rechnungshofbericht.

In Deutschland wurde von 1992 bis 2009 die Anzahl der Krankenkassen von 1.397 auf 192 reduziert. Der Rechnungshof hat über ein Viertel aller Fusionen untersucht und ist dabei zum Ergebnis gekommen, dass weder die Verwaltungskosten noch die Gesamtausgaben gesenkt werden konnten. "Wir brauchen in Österreich nicht den gleichen Fehler machen", sagte OÖGKK-Obmann Albert Maringer am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Linz. In Österreich gibt es aktuell 19 Krankenkassen und 15 Krankenfürsorgeträger.

Die OÖGKK brauche von ihrem jährlichen Budget von rund zwei Milliarden Euro nur 2,5 Prozent für die Verwaltung. Darunter fallen die Serviceangebote für die Versicherten, die Abrechnung der Beiträge mit über 40.000 Dienstgebern oder auch die Organisation des Versorgungsnetzes mit den Ärzten, Behandlern und Therapeuten. "Welche Kosten sollen wir denn einsparen, die Arbeit bleibt die gleiche und die Wege werden durch Fusionen länger", fragte OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer. Regionale Verträge könnten rascher und günstiger abgeschlossen werden. Es gebe einen "positiven Wettbewerb" zwischen den Bundesländern.

Die Versicherten bevorzugen das System der Selbstverwaltung in der jetzigen Organisationsform gegenüber einem rein staatlichen oder privaten System, ergab eine Umfrage des Instituts Marketmind im Auftrag der OÖGKK im Mai des heurigen Jahres. Die Befragten sind grundsätzlich mit der OÖGKK zufrieden, einzig bei der regionalen medizinischen Versorgung zeige sich eine "deutliche Verschlechterung", so Studienautor Wolfgang Rejzlik.

Für eine zukünftige gute Aufstellung der OÖGKK wolle man Kooperationen verbessern und erweitern. "Die Gesundheitsreform ist der erste große Schritt in die richtige Richtung", sagte Wesenauer. Das für 2015 erwartete Minus bei den heimischen Krankenkassen erklärt Wesenauer mit den unterdurchschnittlichen Beitragseinnahmen aufgrund der hohen Arbeitslosenzahl und den hohen Kosten bestimmter Medikamente, wozu etwa eines gegen Hepatitis C gehöre. "Dieses Thema überfordert unser System massiv, aber das können wir nicht mehr österreichweit regeln, sondern es braucht in der EU eine Preisregelung für die teuren Medikamente", so Wesenauer.

apa.at

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