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APA-Artikel 29. Juli 2015

Italien plant drastische Einsparungen im Gesundheitswesen

Italiens Gesundheitswesen wird milliardenschweren Sparmaßnahmen unterzogen. Einsparungen in Höhe von zehn Milliarden Euro stehen dem Gesundheitssektor in den kommenden fünf Jahren bevor. Damit will die italienische Regierung um Premier Matteo Renzi Ressourcen für eine angekündigte Steuersenkung ab dem kommenden Jahren auftreiben.

Schon im kommenden Jahr will die Regierung 2,3 Milliarden Euro an Gesundheitsausgaben kürzen. Die Einsparungen werden jedoch nicht die Dienstleistungen für die Bürger belasten, versicherte Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin. "Wir werden für mehr interne Effizienz sorgen und mit einer neuen Planung Einsparungen durchsetzen", meinte die Ministerin. Auch an den Investitionen in Forschung und an den Ausgaben für neues Personal soll nicht gerüttelt werden

Im Kampf um eine Reduzierung der Ausgaben im öffentlichen Gesundheitssystem will die Regierung Renzi jetzt die Zahl der Untersuchungen und Checks reduzieren, die Ärzte ihren Patienten verschreiben. Zu viele Ärzte würden massiv auf die sogenannte "Defensivmedizin" setzen, als Vorbeugungsmaßnahme vor tatsächlicher oder befürchteter Strafrechtshaftung und Schadensersatzforderungen seitens der Patienten, und würden daher massive Kontrollen verschreiben. "Das kostet die Staatskassen jährlich 13 Milliarden Euro. Diese Summe könnte in die Prävention investiert werden", betonte Lorenzin .

Maßnahmen seien auf lokaler Ebene mit Hilfe der Regionen geplant. Kleinere Krankenhäuser sollen geschlossen werden. Lorenzin will sich für eine Verjüngung des medizinischen Personals einsetzen. "Im italienischen Gesundheitssystem ist der Generationswechsel blockiert worden. Damit verschwenden wir menschliches Kapital, in das wir Milliarden in Form von Bildung investiert haben. Unsere Ärzte sind im Ausland stark gefragt. Sie verlassen die italienischen Krankenhäuser, wenn ihnen keine beruflichen Chancen gegeben werden", meinte die Ministerin.

Lorenzins Pläne lösten heftigen Protest aus. Der Präsident des Veneto, Luca Zaia, meinte, in seiner Region seien nach den beträchtlichen Einsparungen der vergangenen Jahre keine weiteren Ausgabenkürzungen mehr möglich.

apa.at

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