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APA-Artikel 23. Juli 2015

Pflegeausbildung - Berufsverband kritisiert Begutachtungsentwurf

Der Gesundheits- und Krankenpflegeverband hat am Donnerstag den Begutachtungsentwurf des Gesundheitsministeriums für die neue Pflegeausbildung kritisiert. "Das Fehlen von echten Reformschritten am Sektor Ausbildung wird insbesondere bei der Streckung der Fristen zur Umsetzung in den Ländern bis zum Jahr 2024 deutlich", meinte Verbandspräsidentin Ursula Frohner in einer Aussendung.

Positiv bewertet der Berufsverband die Überführung des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege in die akademische Berufsausbildung, die Einführung der Qualifikationsstufe zur Pflegefachassistenz, sowie die Änderung der Berufsbezeichnung der Pflegehilfe in Pflegeassistenz. Ebenso würden die Tätigkeitsbereiche künftig in Kompetenzbereichen neu definiert.

Dem Verband fehlen jedoch insbesondere im Bereich des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege vielfach angekündigte Reformen. So seien etwa Punkte wie Schulgesundheitspflege und Familiengesundheitspflege aus dem Entwurf verschwunden. Auch die Verordnung von Verbandsmaterial und Inkontinenzprodukten durch den gehobenen Dienst für Gesundheits- und Krankenpflege sei wieder in die Schublade verbannt worden. Die notwendige Modernisierung am Sektor der Verabreichung von Medikamenten sei ebenso nicht vorhanden.

Kritisch sieht der Berufsverband auch, dass die Tätigkeitsbereiche für die Pflegeassistenz und insbesondere für die Pflegefachassistenzberufe ausgeweitet werden und diese künftig mit einer kürzeren Ausbildungsdauer die Verantwortung für gleiche Pflegeinterventionen wie der gehobene Dienst übernehmen würden. Ein modernes Gesundheitssystem brauche rasch, für die Pflegepraxis gut ausgebildetes und handlungskompetentes Pflegefachpersonal und nicht Erfüllungsgehilfen für längst überholte Versorgungsformen.

apa.at

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