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APA-Artikel 21. Juli 2015

D: "Falsche" Ärztin legt vor Gericht Geständnis ab

Eine 53-jährige Frau hat am Dienstag vor dem Amtsgericht Konstanz D gestanden, als "falsche Ärztin" Transporte von schwer kranken Patienten begleitet zu haben. Die Staatsanwältin verlangt für die vorbestrafte Frau eine unbedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren und fünf Monaten.

Das Urteil wird am Nachmittag eröffnet.

Zu Beginn der Verhandlung gestand die 53-Jährige, dass sie die Urkunden gefälscht habe, um einen Job als Ärztin bei einer Firma für Rettungstransporte in Konstanz zu bekommen. Die gelernte Krankenschwester arbeitete dort sieben Monate lang als freiberufliche Ärztin und begleitete im sogenannten Intensiv-Mobil Verlegungen schwer kranker Patienten von einer Klinik zur anderen.

Wie der Verwaltungsdirektor der Firma vor Gericht sagte, arbeitete die Frau tadellos. "Es hat nie Beanstandungen gegeben", betonte er. Bevor im Sommer 2013 das zur gleichen Gruppe gehörende Herz-Neuro-Zentrum am Bodensee die "falsche Ärztin" fest anstellen konnte, flog der Betrug auf.

Die Klinik kündigte der Hochstaplerin. Zu einer polizeilichen Befragung der damals in Kreuzlingen TG wohnhaften Frau kam es nicht, weil die Verdächtige untertauchte. Sie liess sich auf einem Kreuzfahrtschiff als Krankenschwester anstellen und entzog sich so vorerst der deutschen Justiz.

Laut der Staatsanwältin gefährdete die Angeklagte, die inzwischen in Berlin lebt, schwer kranke Menschen. "Es war nur Zufall und Glück, dass es keine Zwischenfälle oder sogar Todesopfer gab", sagte sie. Die Frau habe eine hohe kriminelle Energie an den Tag gelegt und sei vorbestraft - unter anderem, weil sie sich bereits früher als Ärztin ausgab und im Auftrag von Kliniken Gutachten erstellte.

Die Angeklagte appellierte ans Gericht, ihr nur eine Strafe auf Bewährung, also weniger als zwei Jahre, zu geben. Sie wolle als Ärztin arbeiten, werde deshalb aber nie wieder eine Straftat begehen, versprach sie. "Ich weiss, dass ich dazu fähig bin", sagte die Frau, die als ältestes von fünf Geschwistern auf einem Bauernhof aufwuchs und deshalb kein Abitur machen konnte.

Dies habe sie vor einigen Jahren nachgeholt. Nun wolle sie unbedingt Medizin studieren, sagte die 53-Jährige. Sie hätte schon einen Studienplatz an der Universität in Malta gehabt. Weil die Justiz jedoch sämtliche Unterlagen beschlagnahmte, habe sich diese Hoffnung zerschlagen. Wegen des Konkurses eines privaten Altersheims, das sie zusammen mit einem ehemaligen Partner führte, habe sie Schulden von 500'000 Euro. "Nur wenn ich weiterhin arbeiten kann, kann ich das Geld zurückzahlen", sagte die Angeklagte.

apa.at

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