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APA-Artikel 15. Juli 2015

Spitäler: Mayer fordert Versorgungsgarantie statt Standortgarantie

"Wenn es Leistungsreduktionen geben muss, dann sollen die Verantwortlichen das auch sagen", fordert Harald Mayer, Obmann der Spitalsärzte der Österreichischen Ärztekammer, Mittwoch in einer Aussendung. Infolge der Gesundheitsreform würden immer mehr Spitalsabteilungen verschiedener Standorte zusammengelegt, oft hielten Konsiliarärztinnen und -ärzte eine Mindestversorgung aufrecht, wo bisher ganze Abteilungen die Versorgung rund um die Uhr sichergestellt hätten.

"Der vielbemühte Ausdruck "Standortgarantie" ist ein Unwort, mit dem man uns Versorgungsgarantie und -qualität vorgaukelt", kritisiert Mayer, "dort, wo Krankenhaus draufsteht, muss auch Krankenhaus drin sein!"

Massive Leistungsreduktionen

Laut Gesetz sind Standardkrankenhäuser für die Basisversorgung zuständig und verfügen zumindest über bettenführende Abteilungen in den Fachrichtungen Chirurgie und Innere Medizin und zusätzlich über weitere Abteilungen zur Basisversorgung, wie z.B. für Röntgendiagnostik. Eine kompetente Erstversorgung in Akutfällen muss möglich sein. Zusätzlich bietet der Großteil der regionalen Spitäler in Österreich weitere Leistungen in medizinischen Sonderfächern, wie zum Beispiel in der Kinderheilkunde, der Gynäkologie oder der Unfallchirurgie. "Dieses Angebot wird mit den Umstrukturierungen im Zuge der Gesundheitsreform massiv ausgedünnt", kritisiert Harald Mayer.

Ein weiteres Problem: "Diese "reduzierten" Spitäler werden für die Ärztinnen und Ärzte zur beruflichen Einbahnstraße. Ein späterer Wechsel in ein Spital mit vollem Leistungsspektrum ist nur schwer möglich. Der Mangel an ärztlichem Nachwuchs ist daher in diesen Spitälern bereits massiv zu spüren - und eine Trendumkehr ist derzeit nicht in Sicht", gibt Mayer zu bedenken.

Grundsätzlich würden die Vertreter der Ärztekammer Reformen positiv gegenüberstehen. "Dass man sich überlegt, wie man die Ressourcen am effizientesten einsetzt, ist absolut legitim und notwendig", sagt Mayer. Die Bundeskurie der Angestellten Ärzte habe bereits vor einem Jahr ein Konzept Spitalsarzt/-ärztin 2025 entwickelt, in dem neue Lösungsansätze präsentiert wurden, um Fehlentwicklungen entgegenzuwirken, die sich auf die Versorgungsqualität auswirken. (ssa)

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/162/aom

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