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APA-Artikel 7. Juli 2015

Steirischer Landtag: Debatte um Spitalsöffnungszeiten und Notärzte

Die Opposition im steirischen Landtag gönnte der neu gebildeten Landesregierung aus ÖVP und SPÖ kein Verschnaufen vor der Sommerpause: Die KPÖ thematisierte in der aktuellen Stunde am Dienstag die Aufrechterhaltung der chirurgischen Versorgung im obersteirischen Spital Eisenerz. KPÖ-LAbg. Werner Murgg meinte, die "Probleme werden von der Regierung nicht mehr geleugnet, aber auch nicht gelöst".

Murgg meinte, dass man sich nicht mehr mit den routinemäßigen Beruhigungsformeln der Landesregierung zufrieden gebe. An immer mehr steirischen Spitälern stehen die notärztlichen Dienste vor massiven Problemen. In Eisenerz werde die Ambulanz künftig pro Tag nur noch acht Stunden besetzt (von 15.00 bis 7.00 Uhr ist kein Chirurg anwesend) sein. "Ein anderes aktuelles Beispiel ist Schladming, wo im Juli an neun Tagen keine notärztliche Versorgung möglich ist", monierte Murgg. Seine Partei befürchte, dass die Einschränkungen nur der Auftakt zu umfassenden Leistungsreduktionen im steirischen Spitalswesen seien.

Der für Spitäler zuständige Landesrat Christopher Drexler (ÖVP) sagte dazu: "Unser Ziel bleibt es, eine qualitätsvolle und flächendeckende Gesundheitsversorgung für alle Steirerinnen und Steirer sicherzustellen. Es haben sich leider die Rahmenbedingungen verändert, auch durch das neue Arbeitszeitgesetz für Ärzte. Wir haben viel Geld in die Hand genommen, um zusätzliche Dienstposten zu schaffen. 110 waren ausgeschrieben, 75 besetzt - wir haben einfach die Ärzte nicht", so Drexler. Er wolle, dass alle gut versorgt werden, in Notfällen würden Patienten mit Notarztwagen oder Ambulanzen nach Leoben gebracht. Am 30. Juli gebe es Gespräche mit allen maßgeblichen Personen in Eisenerz, "weil ich an langfristigen und verlässlichen Lösungen arbeiten will".

Der FPÖ-Landtagsabgeordnete Marco Triller brachte die langen Anfahrtszeiten nach Leoben ins Spiel, wenn in Eisenerz die chirurgische Abteilung nicht offen sei. "Es sind 53 Minuten von Landl bis Leoben". Wenn der Präbichl im Winter gesperrt sei, gebe es zusätzliche Probleme. Allein Sportunfälle könne es immer geben.

Grünen-LAbg. Lambert Schönleitner kritisierte, man könne nicht in die Sommerpause gehen, wenn diese Fragen und die Frage nach der Aufrechterhaltung des Notarztsystems nicht gelöst sei. In manchen Gegenden nutze man das NÖ-Notarztsystem mit. "Können wir bestehende Stellen besetzen oder nicht, das fragt sich die Bevölkerung. Die zweite Frage ist, haben wir genug Stützpunkte, auch solche, wo es zwei Notärzte braucht. In der Nacht ist das Hubschraubersystem außer Gefecht, da müssen wir am Boden agieren".

Seitens der SPÖ sagte der Abgeordnete Anton Lang: "Wenn umstrukturiert wird, ist es verständlich, dass man vor Ort nicht immer glücklich ist". Er räume aber ein, dass die "Kommunikation der Maßnahme unglücklich war, der Notstand ist aber nicht ausgebrochen. In Eisenerz gibt es einen ärztlichen Permanenzdienst durch die Lungenabteilung". Aber ein Problem sei auch die regionale Aufrechterhaltung des Rettungswesens. Laut dem Rettungskommandanten sei es nicht leicht aufrecht zu erhalten, es fehlten Zivildiener und Ehrenamtliche. "Und seit einem dreiviertel Jahr sucht man einen praktischen Arzt. Derzeit gibt es nur noch zwei für rund 4.500 Menschen. Wenig Ärzte, da ist die Landesregierung nicht schuld", so Lang.

apa.at

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