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APA-Artikel 7. Juli 2015

Oö. LH Pühringer strebt Gesundheitsfinanzierung aus einer Hand an

Der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) strebt eine Gesundheitsfinanzierung aus einer Hand an. Dabei gehe es ihm nicht nur ums Sparen, sondern dass die Patienten dorthin kommen, wo sie am besten versorgt werden. Darüber hinaus will er rund um die neue Medizin-Fakultät in Linz ein "Medical Valley Oberösterreich" formen, sagte er in einem Gespräch mit Journalisten am Dienstag.

Er wolle sich keineswegs von der Gesundheitsreform auf Bundesebene distanzieren, immerhin habe auch er daran mitgewirkt. Sie sei der richtige Schritt gewesen. Doch oft im Leben seien mehrere Schritte bis zum Ziel notwendig. Die Endstation sollte die Finanzierung aus einer Hand sein. Wenn diese nicht komme, werde es immer einen Separatismus und Doppelbürokratie geben. Für die einzelnen Finanzierer sei es verlockend, Leistungen dorthin zu schieben, wo ein anderer zahlen muss. Die Patienten sollten aber zum "Point of Best Service" - entweder im niedergelassenen oder im stationären Bereich - gelangen können. Er könnte sich insgesamt neun Länderkassen vorstellen. Das sei ein "Langzeitprojekt", aber es werde irgendwann einmal kommen, ist Pühringer überzeugt.

In Oberösterreich will Pühringer die Chancen der neuen Einrichtungen im Gesundheitsbereich - medizinische Fakultät der Johannes Kepler Universität, Kepler Klinikum und die Fachhochschule für medizinische Berufe außerhalb des Arztes - nützen, indem sie sich mit dem Medizin-Technik-Cluster, Wirtschaft und Industrie vernetzen. "Das kostet nicht wer weiß was", ist er überzeugt, könnte aber für ein "Medical Valley Oberösterreich" als Alleinstellungsmerkmal des Bundeslandes sorgen. "Die Kräfte bündeln, es soll nicht Solisten geben, sondern ein starkes Orchester", wünscht sich Pühringer. Das werde eine "Mega-Aufgabe für die kommenden Jahre".

Wichtig ist dem Landeshauptmann die Regionalität. Er bekenne sich zu regionalen Spitälern und zum niedergelassenen Bereich. Deshalb gehe der Ausbau und die Modernisierungsoffensive der Krankenhäuser in Oberösterreich weiter. Zudem will er eine Offensive im niedergelassenen Bereich starten, um dem absehbaren Ärztemangel zu begegnen und weiterhin eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Das soll unter anderem mit "Primary Health Centers" und Lehrpraxen möglich werden. Denn entscheidend sei, dass der niedergelassene Bereich bei der Ausbildung nicht unter die Räder kommt. Als Vorsitzender der Finanzreferenten-Konferenz will Pühringer im Herbst eine Einigung über die noch offene Finanzierung erreichen.

apa.at

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