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APA-Artikel 29. Juni 2015

Spitäler beider Basel sollen unter gemeinsames Dach kommen

Steigender Kostendruck treibt die Regierungen beider Basel dazu, öffentliche Spitäler in einer gemeinsamen Gruppe zusammenzulegen. Ambulante Behandlungen sollen forciert und stationäre Betten abgebaut werden. Konkretes soll im Herbst 2016 vorliegen und ab 2019 umgesetzt werden.

Kern der am Montag präsentierten Strategien und Visionen ist die Zusammenlegung des Universitätsspitals Basel (USB) und der Baselbieter Kantonsspitäler (KSBL) in einer Spitalgruppe. Dabei soll die akutsomatische Versorgung in Basel und Liestal konzentriert werden. Davon profitieren sollen auch Forschung und Spitzenmedizin.

Das veraltete Baselbieter Kantonsspital Bruderholz in Bottmingen BL hingegen soll abgerissen und durch eine Tagesklinik für ambulante Eingriffe abgelöst werden. Das kleine Spital in Laufen BL wird als Gesundheitszentrum weiterbetrieben. Das USB-Klinikum 2 in Basel soll derweil wie geplant für bis zu 900 Millionen Franken neu gebaut werden.

46 Prozent der Baselbieter Patienten liessen sich heute in anderen Kantonen behandeln, stellte der Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomas Weber fest - grösstenteils in Basel-Stadt. Die Baselbieter Spitäler hätten so zu wenig Patienten, um langfristig wirtschaftlich zu bestehen, sagte KSBL-Verwaltungsratspräsident Werner Widmer.

Laut Weber kann man sich das bisherige Wettrüsten der Spitäler nicht mehr leisten. Sein Basler Amtskollege Lukas Engelberger liess noch offen, ob die Zusammenlegung zu einer echten Fusion wird, dem Berner Modell einer gemeinsamen Betriebsgesellschaft folgt oder in eine Spitalholding mündet. Alle Varianten würden nun geprüft.

Zusammenrücken und Fokussierung auf Kernkompetenzen sollen Synergien und Skaleneffekte ermöglichen. Eine gemeinsame Leistungsvereinbarung soll Investitionen bündeln und Überkapazitäten abbauen. Entlassungen seien keine vorgesehen, hiess es mit Verweis auf den Fachkräftemangel.

Für Weber ist auch eine "einheitliche operative Führung" der Spitäler "unabdingbar". Nicht dabei sind indes vorerst die Psychiatrie und das Basler Geriatriespital. Die Spitalgruppe soll offen sein für weitere Partner in der Nordwestschweiz.

Die Zusammenarbeit von Baselland und Basel-Stadt ist in den letzten Jahrzehnten nicht spannungsfrei verlaufen. Zwar besteht seit 1999 ein Universitäts-Kinderspital beider Basel (UKBB), hingegen scheiterte 2012 ein gemeinsames Geriatriezentrum. Auf Abgrenzung bedacht war in der Regel Baselland.

apa.at

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