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APA-Artikel 26. Juni 2015

D: Grüne: Keine Schwächung der unabhängigen Patientenberatung

Die gesetzliche Krankenversicherung will ihre Patientenberatung neu vergeben. Das ruft Besorgnis hervor, dass die Unabhängigkeit der Beratung leidet.

Die Grünen haben die Bundesregierung und den Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) davor gewarnt, die unabhängige Patientenberatung zu schwächen. "Wenn Unabhängigkeit und Neutralität von Beratung in Konfliktfällen mit Krankenkasse oder Arzt nicht mehr gewährleistet ist, gerät der Patient mit seinem Anliegen ganz schnell ins Hintertreffen", sagte die Grünen-Gesundheitspolitikerin Maria Klein-Schmeink der Deutschen Presse-Agentur. Die Leistungen der bisherigen Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) "waren in keinster Weise" zu beanstanden, fügt Klein-Schmeink hinzu.

Hintergrund ist die Sorge Klein-Schmeinks, dass bei der derzeit laufenden Ausschreibung die in ihren Augen seit Jahren solide arbeitende UPD nicht mehr beauftragt werde. Vielmehr könnte das Ganze "in Richtung eines Call-Centers laufen, das auf gesundheitsbezogene Dienstleistungen spezialisiert ist". Wenn die Krankenkassen, die Pharmaindustrie oder andere Leistungserbringer Hauptauftraggeber dieser Call-Center seien, dann sei genau dieses wesentliche Element der Unabhängigkeit nicht gegeben. "Wie soll ich beispielsweise über Missstände beim Krankengeldmanagement berichten, wenn die gleiche Firma in einem anderen Zweig gerade dieses Krankengeldmanagement als Call-Center durchführt?", fragte die Abgeordnete.

Eine unabhängige Beratungsstelle, die zu allererst für die Nöte der Patienten da sei, "kann auch ein Indikator für Fehlentwicklungen im Gesundheitswesen sein", argumentierte Klein-Schmeink. "Gerade durch die Monitoring-Berichte der UPD haben wir ja auch die Möglichkeit zu sagen: Da sind Hinweise, dass Dinge in der Ausgestaltung nicht gut laufen. Wo müssen wir möglicherweise auch als Gesetzgeber gegensteuern."

Die Grünen-Abgeordnete verwies auf Beschwerden in den vergangenen Jahre zum Krankengeldmanagement. "Das hat ja letztendlich dazu geführt, dass im Versorgungsstärkungsgesetz eine Änderung vorgenommen worden ist. Das zeigt, dass diese Einrichtung als ergänzender Indikator für Qualitätssicherung und Patientensicherheit im Gesundheitswesen wichtig ist."

apa.at

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