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APA-Artikel 19. Juni 2015

D: Impfkonferenz: Impfpflicht ist letztes Mittel zur Masernausrottung

Die Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Sabine Bätzing-Lichtenthäler, hält eine Impfpflicht zur Ausrottung von Masern nicht für sinnvoll. "Bevor eine Impfpflicht (...) erwogen wird, müssen alle anderen Maßnahmen zum Erreichen der angestrebten Impfquoten gegriffen werden", sagte die SPD-Politikerin aus Rheinland-Pfalz am Freitag zum Abschluss der 4. Nationalen Impfkonferenz in Berlin.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO will die Krankheit weltweit ausrotten. In Europa soll dieses Ziel Ende des Jahres erreicht werden. "Das geht nur durch Information, durch Aufklärung - und eben nicht durch Bevormundung", sagte Bätzing-Lichtenthäler. Dass Europa bis Ende 2015 masernfrei ist, hält sie für "ambitioniert".

Der Bundestag hatte am Donnerstag für das Präventionsgesetz von Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) gestimmt, das mehr Impfschutz vorsieht. Auch Gröhe ist gegen eine Verpflichtung - ebenso wie die Techniker Krankenkasse. "Auch wenn man in anderen Ländern wie etwa in den USA vergleichsweise rigoros mit Impfverweigerern umgeht und mit Slogans wie "No Shot - No School", also "keine Impfung - keine Schule", auf die Impfpflicht verweist, halte ich für Deutschland mehr von dem Prinzip der Aufklärung und Freiwilligkeit", sagte TK-Chef Jens Baas der Deutschen Presse-Agentur. "Nur wenn das nicht gelingt, muss man wohl über eine Impfpflicht nachdenken."

Mehr als 22 000 Menschen in sieben Ländern haben sich seit Januar 2014 in Europa mit Masern angesteckt. Auch in Berlin grassierte die Krankheit in den vergangenen Monaten, ein Junge starb an den Folgen. Bundesweit liegt die Impfquote Bätzing-Lichtenthäler zufolge bei 92 Prozent. Angestrebt werden 95 Prozent.

apa.at

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