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APA-Artikel 18. Juni 2015

Rettungsflüge: Neuer Vertrag mit Sozialversicherung

Ein neuer Vertrag zwischen Versicherungen und Flugrettungsbetreibern soll ab 1. Juli Kostensicherheit für Unfallopfer bringen. "Wenn ein Rettungsflug stattgefunden hat, wird dieser mit der Sozialversicherung abgerechnet", erklärte Peter McDonald, Chef des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, am Donnerstag in Wien. Ausgenommen von der Regelung sind Sport- und Touristikunfälle im Gebirge.

"Die Versicherten laufen künftig nicht mehr Gefahr, nach einer Rettung eine hohe Rechnung von 3.000 bis 4.000 Euro zu bekommen", sagte McDonald. Jeder Österreicher würde auf diese Weise die Sicherheit erhalten, möglichst rasch medizinisch versorgt zu werden und gleichzeitig später keine Kosten dafür übernehmen zu müssen. Grundsätzlich würden die diese laut McDonald dann von den Sozialversicherungen übernommen, wenn Verletzungen der NACA-Schweregrade vier bis sechs vorliegen, also eine Lebensbedrohung nicht ausgeschlossen werden kann.

Weil das tatsächliche Ausmaß der Verletzung oft schwer eingeschätzt werden könne und zur Sicherheit trotzdem ein Hubschrauber angefordert wird, wird eine Schlichtungsstelle eingerichtet. "In solchen Fällen wird gemeinschaftlich ein Ergebnis erzielt, das sowohl für die Patienten als auch die Flugrettungsbetreiber zufriedenstellend ist", betonte Reinhard Kraxner, Flugrettungsexperte der Interessensgemeinschaft Notarzthubschrauber (IG-NAH). "Ein rascher Transport erhöht die Überlebenschancen und führt zu geringeren Aufenthaltszeiten in den Spitälern. Für uns ist das ein historischer Tag, denn den Patienten Sicherheit zu bieten ist unsere oberste Prämisse", zeigte sich Gerhard Huber, Sprecher der IG-NAH, bei der Pressekonferenz zufrieden.

Ausgenommen von der neuen Regelung sind nach wie vor Sport- und Touristikunfälle im alpinen Gebirge, also etwa beim Skifahren, Wandern, Klettern oder Canyoning. Weil die Bergungskosten in diesen Fällen nicht von den Sozialsicherungsträgern übernommen werden, rät Kraxner, hier selbst vorzusorgen. "Die Sozialversicherungsträger sind nur für den Kostenersatz von medizinischen Notfällen zuständig. 95 Prozent jener, die sich in den Bergen bewegen, haben sich aber für den Fall einer Bergung versichert", erklärte McDonald. Im Fall von Schulskikursen sollten die Kinder ebenfalls für den Fall einer Bergung versichert werden.

Nach Angaben der Sozialversicherungsträger werden jährlich rund 23.000 Flugrettungseinsätze verzeichnet, etwas mehr als 40 Prozent davon wurden bisher von der Sozialversicherung übernommen. Pro Jahr würden dafür rund zehn Millionen Euro ausgegeben. Die gesetzliche Zuständigkeit für das gesamte Rettungswesen, also auch die 38 Standorte der Flugrettung, liegt bei den Ländern. Den Sozialversicherungsträgern obliegt hingegen der gesetzliche Auftrag, den Versicherten unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss zu den entstandenen Transportkosten zu leisten. Ab dem 1. Juli wird dieser zwischen 894,93 und 1.913,07 Euro liegen.

apa.at

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