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APA-Artikel 15. Juni 2015

CH: Behindertenorganisationen: "Wir werden PID-Referendum unterstützen"

Die grossen Behindertenorganisationen werden das von der EVP angekündigte Referendum gegen das Präimplantationsgesetz unterstützen. Das kündigten Agile.ch und Pro Infirmis an. Pro Infirmis hatte den PID-Verfassungsartikel noch bejaht, den das Volk laut Hochrechnungen annehmen dürfte.

Pro Infirmis werde das Referendum unterstützen, weil eine Debatte über die Ausgestaltung der PID in der Schweiz notwendig sei, sagte Pro-Infirmis-Geschäftsleitungsmitglied Urs Dettling der sda am Sonntag.

Die Gesetzesvorlage des Parlaments wolle PID nicht nur für Paare öffnen, die mit einer schweren Erbkrankheit belastet seien, sondern für alle Paare mit unerfülltem Kinderwunsch.

Auch die Behindertenorganisation Agile.ch wird das Referendum gegen das PID-Ausführungsgesetz unterstützen. Agile hatte bereits gegen den Verfassungsartikel gekämpft.

Das vom Parlament ausgearbeitete Gesetz lasse viele Fragen unbeantwortet, sagte Agile-Westschweiz-Sekretärin Magali Corpataux. So präzisiere es nicht, bei welchen Erbkrankheiten Präimplatationsdiagnostik eingesetzt werde.

Zudem sei das Gesetz sozial ungerecht, da PID wie bereits heute die Befruchtung im Reagenzglas, die Invitro-Fertilisation, nicht durch die Krankenkassen bezahlt werden soll. Damit bleibe PID wie die künstliche Befruchtung ein Privileg der Reichen.

Agile hatte sich im Abstimmungskampf gegen den Verfassungsartikel stark gemacht. Die Organisation fürchtet, dass kranke und behinderte Kinder künftig als vermeidbares Risiko und Belastung angesehen werden, wenn sie schon als Embryo hätten ausgesondert werden können. Auch hatte die Organisation vor Designerbabys und anderen Auswüchsen der Reproduktionsmedizin gewarnt.

Trotz verlorener Abstimmung zeigte Corpataux sich zufrieden, dass es ihnen als Gegnern gelungen sei, die ethische Debatte zu lancieren. "Es geht schliesslich nicht darum, nur ein simples Komma in der Verfassung zu ändern."

apa.at

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