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APA-Artikel 10. Juni 2015

Universitäre Allgemeinmedizin: Institut an Med-Uni Graz eröffnet

An der Med-Uni Graz wurde nach langjährigen Bemühungen ein Institut für Allgemeinmedizin eingerichtet. Zentrale Aufgaben seien die forcierte Aus- und Weiterbildung von Allgemeinmedizinern, um dem drohenden Ärztemangel in der hausärztlichen Versorgung gegenzusteuern. Weiter will man Forschung "für und mit Allgemeinmedizinern" betreiben, schilderte Leiterin Andrea Siebenhofer-Kroitzsch am Mittwoch.

"Die hausärztliche Grundversorgung ist aufgrund des Nachwuchsmangels massiv in Gefahr und wird sich in den nächsten Jahren zu einem akuten Versorgungsproblem auswachsen", so Institutsleiterin Siebenhofer-Kroitzsch. Die neu berufene Professorin leitet seit Jahresbeginn das Institut für Allgemeinmedizin und evidenzbasierte Versorgungsforschung an der Medizinischen Universität Graz. Zuvor war sie fünf Jahre am größten deutschen Institut für Allgemeinmedizin in Frankfurt am Main als stellvertretende Institutsleiterin tätig.

"Wir wollen die Studierenden von Anfang an für das Fach Allgemeinmedizin begeistern und in der Lehre die dafür notwendigen Kompetenzen vermitteln", sagte die neue Grazer Professorin. Erreichen will man das, indem von Studienbeginn an eine Kombination aus Studium und Praxis geboten wird: "Nur so gelingt es zu vermitteln, dass die Allgemeinmedizin ein hochinteressantes Fach ist, das die gesamte Palette der Medizin umfasst und den Menschen im Blick hat", sagte die Institutsleiterin.

Mit der neuen Professur erhalte die Allgemeinmedizin jene Strukturen, die es für eine erfolgreiche Zukunft in der Ausbildung von Hausärzten und damit für die "medizinische Grundversorgung in der Steiermark und Österreich" brauche, betonte Andreas Jöbstl von der Steirischen Akademie für Allgemeinmedizin (STAFAM), die gemeinsam mit der Med-Uni jahrelang für die Einrichtung des Instituts gekämpft hat. An der Med-Uni Graz verbringen Studierende der Humanmedizin verpflichtend einen Teil ihres sechsten Studienjahres in einer Allgemeinmedizinischen Praxis, betonte Hans Peter Dimai, Vizerektor für Studium und Lehre an der Med-Uni Graz.

Wissenschaftlicher Schwerpunkt des Institutes werde in der "Forschung mit und für die Allgemeinmediziner" liegen: "Wir wollen Stützpunkt für praktisch tätige Allgemeinmediziner sein und die hausärztliche Tätigkeit mit wissenschaftlichen Methoden begleiten", schilderte Siebenhofer-Kroitsch. Als erstes Projekt sei eine Umfrage bei allen niedergelassenen Ärzten gestartet worden, um praxisrelevante offene Fragen zu erheben. Ein klarer Schwerpunkt werde die Evidenzbasierte Versorgungsforschung sein: So will man Umstrukturierungsmaßnahmen in der Erstversorgung in Kooperation mit Partnern wie dem Land Steiermark und den Krankenkassen mitentwickeln bzw. wissenschaftlich begleiten.

Am neuen Grazer Institut arbeiten laut Siebenhofer-Kroitsch zurzeit "zehn Köpfe" in umgelegt sechs Vollzeitpositionen. Die Hälfte der Personalkosten teilen sich Med-Uni und STAFAM, den Rest will man über "pharma-unabhängige Drittmittel"- wie die Institutsleiterin betonte, aufbringen.

apa.at

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