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APA-Artikel 9. Juni 2015

Spitalsärzte - Wiener KAV 2 - Szekeres rechnet mit "Ja" zum Streik

Die Ärztekammer fordert in ihrem am Montag beschlossenen Katalog, der noch heute an Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) übermittelt werden soll, unter anderem Nachbesserungen bei der Bezahlung von Nachtstunden und Feiertagsdiensten. So soll es etwa zusätzlich 200 Euro pro Nachtdienst und 300 Euro pro Wochend- bzw. Feiertagsdienst geben.

Zudem sollen auch Primarärzte früher von den neuen Gehältern profitieren: Geht es nach der Kammer, sollen die neuen Gehaltsschemata schon ab 1. September 2015 in Kraft treten - und rückwirkend ab 1. Juli 2015 ausbezahlt werden. Zuletzt hatte Wehsely eine frühere Einführung versprochen, sich aber noch nicht auf ein Datum festgelegt.

Die Kammer will ebenfalls "ausreichend Personal für die Versorgungssicherheit der Wiener Patienten, statt Personalreduktionen". "Es ist absolut unverständlich, wieso es mittlerweile in ganz Österreich und auch in den Ordensspitälern Wiens sowie im Wiener AKH diesbezüglich eine Lösung gibt, nicht aber in den Wiener Gemeindespitälern", so Wiener Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres per Aussendung. Auch in den zentralen Notaufnahmen soll Personal aufgestockt werden: Die Ärztekammer fordert "ausreichend Fachärzte und Allgemeinmediziner in den Zentralen Notaufnahmen sowie in sämtlichen Akutversorgungseinheiten". Bei den letzten beiden Forderungen sei es vor allem um "Präzisierungen" gegangen, erläuterte Szekeres gegenüber der APA.

Sollte sich die Stadt in diesen Punkten nicht bewegen, droht Streik: Zuerst will die Kammer allerdings - ähnlich wie schon beim AKH - einmal die Streikbereitschaft der KAV-Ärzte abklopfen. Von 19. bis 24. Juni werden alle Mediziner des Krankenanstaltenverbundes befragt, ob sie an einem Streik teilnehmen würden. Das Ergebnis der online von der Ärztekammer durchgeführten Abstimmung soll am 25. Juni vorliegen.

"Bisher sind alle unsere Versuche, mit der Stadträtin zu einem zufriedenstellenden Ergebnis zu gelangen, gescheitert. Die Ärztekammer hofft nach wie vor auf eine Lösung im Verhandlungswege und wartet auf weitere Angebote der Stadt Wien", betonte Szekeres. Sollte sich die Stadt nicht bewegen, rechnet er allerdings mit einem "Ja" der Belegschaft zum Streik, wie er erklärte. "Ich denke, es wird eine noch größere Zustimmung als im AKH geben, denn dort war die Stimmung vor der Befragung deutlich besser", meinte er. Im AKH hatten knapp 95 Prozent der Ärzte ihre Bereitschaft zu streiken bekundet.

Fix ist ein Streik jedoch selbst bei einem "Ja" nicht. Das Ergebnis geht dann noch einmal in die Kurie der Ärztekammer, die eine solche Maßnahme zusätzlich absegnen müsste.

apa.at

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