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APA-Artikel 2. Juni 2015

CH: Bundesrat soll Schmerztherapie mit natürlichem Cannabis prüfen

Der Bundesrat soll den Einsatz von natürlichem Cannabis als Schmerzmittel untersuchen lassen. Der Nationalrat hat am Dienstag eine Motion von Nationalrätin Margrit Kessler (GLP/SG) angenommen.

Heute können Arzneimittel auf Cannabis-Basis mit einer Ausnahmebewilligung des Bundesamts für Gesundheit bezogen werden. Trotzdem greifen viele Schmerzpatienten auf illegale Cannabisprodukte zurück, weil das Bewilligungsverfahren kompliziert ist und die Krankenkassen die hohen Kosten für Cannabis-Medikamente nicht übernehmen, wie es in der Motion heisst.

"Viele Patienten erhalten deshalb diese lindernden Medikamente nicht", argumentierte Kessler im Rat. Es gehe darum, ein Medikament ohne bürokratischen Hürden zur Verfügung zu stellen. Keineswegs gehe es um die Legalisierung von Cannabis als Suchtmittel.

Die Mehrheit des Nationalrates folgte Kessler und stimmte der Motion mit 123 zu 39 Stimmen bei 17 Enthaltungen zu. Kein Gehör fand Andrea Geissbühler (SVP/BE), die an der heutigen Bewilligungspflicht festhalten wollte. Mit der Motion könnte einer Legalisierung von Cannabis Vorschub geleistet werden, fürchtet Geissbühler.

Heisst auch der Ständerat den Vorstoss gut, wird der Bundesrat beauftragt, den Einsatz von natürlichem Cannabis als Schmerzmittel im Rahmen eines wissenschaftlichen Pilotprojekts zu prüfen.

Der Bundesrat sieht zwar in der Erforschung von natürlichem Cannabis als Alternative zu den momentan zur Verfügung stehenden Arzneimitteln keine Bundesaufgabe. Er zeigt sich jedoch bereit, eine entsprechende Studie im Rahmen der bestehenden Forschungskredite zu finanzieren, wie er in seiner Antwort schreibt.

apa.at

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