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APA-Artikel 28. Mai 2015

Schweiz: Unispitäler und medizinische Fakultäten wollen geeint auftreten

Die fünf Schweizer Unispitäler und die medizinischen Fakultäten der Schweizer Universitäten wollen künftig mit einer Stimme sprechen, wenn gemeinsame Interessen auf dem Spiel stehen.

Sie haben deshalb am Donnerstag in Bern den Verband Universitäre Medizin Schweiz gegründet. Er soll dafür sorgen, dass die akademische Stimme in der gesundheitspolitischen Debatte nicht untergeht.

Die Universitätsspitäler würden heute oft als Konkurrenten wahrgenommen, die sich gegenseitig auszustechen versuchten, sagte Henri Bounameaux von der Universität Genf vor den Medien. Natürlich gebe es einen - durchaus beflügelnden - Wettbewerb in der Forschung, doch daneben existierten viele gemeinsame Interessen.

Mit dem neuen Verband strebten die Akteure der universitären Medizin eine generell engere Zusammenarbeit an, wie sie heute bereits in einzelnen Gebieten bestehe. Ziel sei ein partnerschaftliches Verhältnis, betonte Bounameaux.

Erste Verbandspräsidentin ist Rita Ziegler. Die Direktorin des Zürcher Universitätsspitals wies darauf hin, dass sich die universitäre Medizin durch ihre enge Verbindung von Versorgung, Forschung und Lehre auszeichne. Abgedeckt würden alle medizinischen Bereiche von der Grundversorgung zur Spitzenmedizin.

Die Universitätsspitäler kümmerten sich auch um besonders schwere, komplexe und sehr seltene Erkrankungen, die anderswo gar nicht behandelt werden könnten, wurde an der Medienkonferenz betont. Insgesamt werde rund ein Sechstel der stationären Patienten in der Schweiz von Universitätsspitälern versorgt.

Die medizinischen Fakultäten ihrerseits sorgten für die Ausbildung der Schweizer Ärzte. In den letzten drei Jahren hätten sie 200 zusätzliche Ausbildungsplätze geschaffen. Die Fakultäten leisteten aber auch einen entscheidenden Beitrag an die Spezialisierung von Ärzten.

Mit ihren Forschungsleistungen und ihrer hohen internationalen Vernetzung trage die universitäre Medizin schliesslich dazu bei, dass die Schweiz den Anschluss an den medizinischen Fortschritt nicht verpasse.

Die gute Position der Schweiz sei aber nicht selbstverständlich, sie müsse immer wieder neu erarbeitet werden. An politischen Herausforderungen mangle es auch im Gebiet der Forschung nicht, betonten die Verbandsvertreter mit Verweis auf die Folgen der Zuwanderungsinitiative.

apa.at

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