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APA-Artikel 28. Mai 2015

Slowenische Ärzte streiken für bessere Arbeitsbedingungen

In Slowenien sind Donnerstag früh rund 5.000 Ärzte in öffentlichen Spitälern und Gesundheitszentren in einen 24-stündigen Generalstreik getreten. Mit dem landesweiten Streik, der bis Freitag, 7.00 Uhr früh, andauern soll, fordern die Ärzte bessere Arbeitsbedingungen und Gehaltserhöhungen. Die Patienten haben den Streik laut Medienberichten nicht besonders stark zu spüren bekommen.

Notfälle sowie schwerkranke oder ältere Patienten, Schwangere und Kindern wurden trotz des Streiks ohne Einschränkungen behandelt, hieß es aus den Gesundheitsinstitutionen. Nicht dringende Termine wurden schon im Voraus verlegt. Die Gewerkschaft der Ärzte und Zahnärzte FIDES, der sich auch Hausärzte aus der Gewerkschaft Praktikum angeschlossen haben, rief die Arbeitsniederlegung aus, weil das Gesundheitsministerium ihre Forderungen ignorieren würde, hieß es. Die Regierung wies die Vorwürfe zurück und erklärte, dass der Streik unnötig sei, weil das Gesundheitsministerium seinen Vorschlag zu den Arbeitsbedingungen bis zum Sommer angekündigt habe. Gesundheitsministerin Milojka Kolar Celarc bezeichnete den Streik als Erpressung.

Die Ärzte fordern, dass die Regierung ihre bereits im Jahr 2008 formulierten Vorschläge zu Standards und Normativen für das öffentliche Gesundheitssystem annimmt. Demnach sollte die Patientenzahl bei einem Hausarzt von jetzigen rund 2.200 auf 1.500 reduziert werden. Außerdem wollen die Ärzte erreichen, dass die vorgeschriebene Zeit für die Behandlung eines Patienten von sieben auf zwölf Minuten erhöht wird.

Darüber hinaus verlangen die Ärzte mehr Honorar. Sie fordern, dass das durchschnittliche Gehalt für Ärzte und Zahnärzte schrittweise erhöht wird, bis es das Dreifache des slowenischen Durchschnittsgehalts erreicht. Derzeit verdienen die Ärzte nur 1,89 mal soviel. Die Forderung der Ärztegewerkschaft würde eine Gehaltserhöhung von 40 Prozent bedeuten. Das durchschnittliche Gehalt in Slowenien beträgt rund 1.000 Euro netto bzw. 1.550 Euro brutto.

apa.at

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