zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 22. Mai 2015

Spitalsärzte - Wiener SPÖ legt Szekeres Rücktritt nahe

Die Wiener SPÖ hat am Freitag den Präsidenten der Wiener Ärztekammer, Thomas Szekeres, nahegelegt, über einen Rücktritt nachzudenken. Denn dieser schaffe es nicht, ausverhandelte Vereinbarungen in der Kurie durchzubringen. "Jeder andere würde die Vertrauensfrage stellen", so SP-Landesparteisekretär Georg Niedermühlbichler zur APA. Erbost zeigte er sich auch über ein aktuelles Inserat.

Die Ärztekammer hat am Freitag in einer Zeitungsannonce mit dem Titel "Gesundheitssystem in Gefahr" die geplante Reduktion von Mediziner-Posten kritisiert. "Wien wächst und hat immer mehr Einwohner. Und wir werden immer älter und brauchen mehr Medizin. Aber die Stadt Wien will 382 Spitalsärzte einsparen. Wie passt das zusammen? Fragen Sie Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely. Sie glaubt, das geht", heißt es darin.

Nach Ansicht der Wiener SPÖ geht das keineswegs - also dass die Ärztekammer mit dem Geld ihrer Mitglieder derartige Anzeigen schaltet. "Damit verunsichert man die Patienten, das geht zu weit", befand Niedermühlbichler. Die Inserate seien "letztklassig". Es sei Szekeres gewesen, der von ihm unterzeichnete Verhandlungsergebnisse in der Kurie nicht durchgebracht habe: "Sich jetzt an der Gesundheitsstadträtin abzuputzen, ist mehr als billig."

Vielmehr solle Szekeres die Vertrauensfrage stellen. Er habe mit seinem bisherigen Vorgehen sowohl sich als auch der Ärztekammer geschadet. Szekeres sei zwar mit einer SP-nahen Fraktion angetreten: "Offensichtlich lässt er sich derzeit aber von der ÖVP-Fraktion vor sich hertreiben", mutmaßte Niedermühlbichler.

Laut dem SP-Politiker wird unnötig Panik verbreitet: "Die Horrorszenarien halten keiner Überprüfung stand." Es würden keine Ärzte entlassen. Es gehe vielmehr um Reformen. Ein Abbau von Stellen werde ausschließlich in jenen Bereichen stattfinden, in denen die strukturellen Voraussetzungen dafür erfüllt seien, wurde versichert. Gewerkschaft und Personalvertretung würden die Maßnahmen begleiten.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben