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APA-Artikel 13. Mai 2015

Internationaler Tag der Pflegenden: Ruf nach besserer Bezahlung

Der Regierungsbeauftragte Laumann will endlich eine Aufwertung des Pflegeberufs. Wertschätzung schlägt sich vor allem in besserer Bezahlung nieder, weniger in Sonntagsreden.

Der Sozialverband VdK hat endlich mehr Personal und eine bessere Bezahlung in der Pflege verlangt. Nur so könne eine gute Pflege gewährleistet werden, erklärte Verbands-Präsidentin Ulrike Mascher am Dienstag in Berlin anlässlich des "Internationalen Tages der Pflegenden". "Der Alltag in der Pflege ist aufgrund von Personalmangel häufig gekennzeichnet von Zeitdruck, hoher Arbeitsbelastung und Überstunden. Dazu kommt eine viel zu geringe Vergütung der Pflegekräfte."

Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), startete am Dienstag eine bundesweite "Entbürokratisierungstour". Zur Auftaktveranstaltung in Berlin kamen fast 350 Beschäftigte. Zur Wertschätzung der Pflegenden gehöre zum einen eine angemessene Bezahlung. "Zum anderen müssen wir die Beschäftigten von allem entlasten, was den Pflegealltag unnötig erschwert", erklärte Laumann. Die überbordende Bürokratie in der Pflegedokumentation habe sich hier in den vergangenen Jahren zum Motivationskiller Nr. 1 entwickelt. Doch sei dieser unseligen Entwicklung inzwischen der Kampf angesagt worden.

Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte die Überlegungen Laumanns, künftig nicht mehr dokumentieren zu wollen, wenn der Bewohner im Pflegeheim ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt. "Nur was als ausreichend gilt, ist nicht verbindlich festgelegt. Zwar empfehlen Experten 30 Milliliter pro Kilo Körpergewicht. Das wären 1,8 Liter für eine 60 Kilogramm schwere Person. Doch es bleibt bei der Empfehlung. ... Aber ohne Norm gibt es keine Dokumentationspflicht für eine Abweichung. Ausreichend Flüssigkeit ist aber Voraussetzung für das elementare Wohl des Menschen."

Die Gewerkschaft Verdi rief Beschäftigte an Krankenhäusern und Altenpflege-Einrichtungen zu einem bundesweiten Aktionstag auf. Anlässlich des Internationalen Tags der Pflegenden sollten sie sich für ausreichend Personal und eine faire Bezahlung einsetzen. "Wir fordern bundesweit verbindliche Personalschlüssel in Krankenhäusern und Altenpflege-Einrichtungen", betonte Verdi-Vorstandsmitglied Sylvia Bühler.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) berichtete unterdessen, dass sich die Pflegerentenversicherung immer größerer Beliebtheit erfreue. Ende 2014 verzeichnete der Verband rund 144 000 Hauptversicherungen. Das entspreche einem Zuwachs gegenüber 2013 von 18,9 Prozent. Die Zusatz-Pflegerentenversicherung legte um rund zehn Prozent auf 418 000 Verträge zu.

apa.at

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