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APA-Artikel 12. Mai 2015

Zürcher Herzzentrum setzt auf Teamarbeit und Vernetzung

Interdisziplinäre Teams statt unantastbare Halbgötter, Innovation kombiniert mit Tradition, Kommunikation und Vernetzung gegen aussen - darauf setzt das Herzzentrum am Universitätsspital Zürich (USZ), das vor gut anderthalb Jahren eröffnet wurde.

Wie Kardiologe Thomas Lüscher, Leiter des Herzzentrums, am Dienstag vor den Medien sagte, "verschmelzen" am Herzzentrum Kardiologie und Chirurgie miteinander zu einem effizienten Ganzen. Das "grundlegend Neue" seien so genannte Herzteams. Die Player sind Fachleute aus verschiedensten Disziplinen - von der Ambulanz bis zur Nachbetreuung und zur Forschung.

Im Team wird unter anderem die Behandlung der Patienten abgesprochen. Dabei könne man "gemeinsam gewinnen, allenfalls auch mal gemeinsam verlieren", sagte Frank Ruschitzka, Leiter Herzinsuffizienz und -transplantation.

Mit dem neuen Direktor der Klinik für Herz- und Gefässchirurgie, Francesco Maisano, der sein Amt im Oktober 2014 antrat, habe "eine neue Zeitrechnung angefangen", sagte Ruschitzka. Der Italiener stehe für eine ausgesprochene Teamkultur, die er noch stärker betone, als seine Vorgänger. Fachlich sei er ein "Hybrid", nämlich "ein Herzchirurg, der wie ein Kardiologe denkt".

Maisano setzt nach eigenen Angaben auf das "Schemel-Konzept", das er auch den Studierenden vermittle: Beim Schemel, der nur drei Beine hat, müssen diese alle gleich lang sein, damit das Gleichgewicht gewahrt ist. Das gelte auch für die drei "Beine" Forschung, Lehre und Patientenpflege.

Der als ausgesprochen innovativ geltende Maisano verbindet modernste minimal invasive Methoden mit traditionellen Operationsformen. Er setzt auf Innovation und gleichzeitig auf Kontinuität bei hoher Qualität der multidisziplinären Behandlung. Und auch das menschliche Miteinander ist ihm wichtig. Sein Credo sei: "Hart arbeiten, aber immer mit einem kleinen Lächeln", sagte er.

In der Herzmedizin ist die Transplantation noch immer die Disziplin mit dem grössten Renommée. Das USZ-Herzzentrum hat von Anfang 2014 bis zum 11. Mai 2015 23 Herzen verpflanzt, wie Ruschitzka sagte. Die Überlebenszahlen sind im nationalen und internationalen Vergleich sehr gut.

Es sei nicht wünschbar, dass andere Zentren schlössen, spielte Ruschitzka auf diesbezügliche politischen Diskussionen an. Wichtig sei die Zusammenarbeit. Es habe in der Schweiz mit ihren durchschnittlich 35-40 Herztransplantationen jährlich durchaus Platz für ein Zentrum in der französischen Schweiz, für Zürich und für Bern.

Dass in Zürich jüngst mit der "Allianz Herzchirurgie" eine enge Zusammenarbeit zwischen USZ und Stadtspital Triemli beschlossen wurde, begrüsst man im USZ-Herzzentrum. "In der Medizin brauchen wir Kollaboration, nicht Krieg", sagte Maisano. Mit der Zusammenarbeit erhalte man höhere Fallzahlen, die für die Ausbildung wichtig seien, und diese sei zentral.

apa.at

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