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APA-Artikel 12. Mai 2015

Oö. gespag-Spitäler sichern vorsorglich Spuren von Sexualdelikten

Die acht Spitäler an zehn Standorten der Oberösterreichischen Gesundheits- und Spitals-AG (gespag) sichern ab sofort schon bei Verdacht auf ein Sexualverbrechen vorsorglich Spuren. Das erfolgt in einem gemeinsam mit dem Landeskriminalamt festgelegten Prozedere. Ziel ist es, künftig mehr Handhabe gegen die Täter zu haben. Das Projekt wurde am Dienstag in einer Pressekonferenz vorgestellt.

gespag-Vorstand Harald Geck berichtete von einem standardisierten Verfahren, mit dem eine korrekte Dokumentation und Beweissammlung für eine spätere Gerichtsverhandlung sichergestellt werden soll. Bereits 162 Spitals-Mitarbeiter wurden entsprechend geschult.

Die Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe der Landes-Frauen- und Kinderklinik Iris Scharnreiter schilderte, dass das Verfahren zuerst eine schonende Befragung des mutmaßlichen Opfers ohne Suggestivfragen vorsieht. Es folgen eine genaue Dokumentation der Verletzungen, in Absprache mit der betroffenen Person die Sicherung von DNA-Spuren an Körper und Kleidung sowie die Abnahme von Proben - auch im Hinblick auf deine HIV-Infektion sowie zum Nachweis eines möglichen Einsatzes von K.o.-Tropfen. Nicht zuletzt werden die Patienten auch über Opferschutz informiert.

Die Beweismittel werden anschließend nach genauen Vorgaben verpackt, exakt beschriftet, an die Polizei übergeben oder gleich an die Gerichtsmedizin geschickt. So soll sichergestellt werden, dass sie auch nach Jahren noch verwertbar sind.

Der Leiter des für Sexualdelikte zuständigen Ermittlungsbereiches im Landeskriminalamt Wolfgang Dirisamer freute sich, dass damit die Arbeit seiner Beamten damit wesentlich erleichtert, Zeit gespart und auch durch eine verdichtete Beweislage die Stellung des Opfers im Verfahren gestärkt wird. Österreichweit wurden im vergangenen Jahr 827 Vergewaltigungen angezeigt, in Oberösterreich waren es 123. Zusammengerechnet mit den Delikten geschlechtliche Nötigung und sexueller, bzw. schwerer sexueller Missbrauch wurde in Oberösterreich in rund 300 Fällen ermittelt. Die Aufklärungsquote betrug 84 Prozent.

apa.at

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