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APA-Artikel 12. Mai 2015

D: Vor dem Ärztetag: Interner Streit und finanzielle Forderungen

In dieser Woche tagt in Frankfurt das "Parlament" der deutschen Ärzteschaft. Am Tag vor der Eröffnung des 118. Ärztetages werben die verschiedenen Interessengruppen für ihre jeweiligen Forderungen. Manche sind auch eher mit sich selbst beschäftigt.

Vor Beginn des Deutschen Ärztetages in Frankfurt haben die Kassenärzte am Montag versucht, den Streit an ihrer Spitze beizulegen. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und die Kassenärztlichen Vereinigungen der Länder sind völlig zerstritten. Im Wesentlichen geht es um die Verteilung der Gelder. KBV-Chef Andreas Gassen hoffte aber, "dass man auch ohne das Team auszuwechseln erfolgreich die nächste Saison spielen kann".

Auch andere Ärztegruppen liegen im Clinch mit den Spitzenverbänden. Die Hausärzte fühlen sich von ihnen schon lange nicht mehr ausreichend vertreten. Die Bundesärztekammer habe "wenig bis gar nichts für die Förderung der hausärztlichen Versorgung in Deutschland getan", sagte der Bundesvorsitzende des Deutschen Hausärzteverbandes, Ulrich Weigeldt. In der Kassenärztlichen Bundesvereinigung würden "hausärztliche Interessen bis heute nicht ernst genommen", ergänzte Hauptgeschäftsführer Eberhard Mehl.

Auch die Psychotherapeuten meldeten sich zu Wort und forderten für ihre Berufsgruppe mehr Geld. Sie verdienen nach eigenen Angaben mit Abstand am wenigsten von allen Arztgruppen. Bei einem Aktionstag, zu dem zehn Verbände aufgerufen hatten, verlangten rund 400 Teilnehmer lautstark "Honorargerechtigkeit jetzt!".

Die Klinikärzte-Gewerkschaft Marburger Bund (MB) kritisierte ihrerseits den Entwurf zur Krankenhausreform als "ziemlich enttäuschend". Unter dem Deckmantel einer Qualitätsoffensive würden weiter Kapazitäten abgebaut, sagte MB-Vorsitzender Rudolf Henke. Er forderte mehr Geld für die Versorgung ambulanter Patienten in den Klinik-Notaufnahmen. Derzeit fingen die Krankenhäuser nicht nur Engpässe im ärztlichen Notdienst ab, sondern versorgten auch viele normale Patienten, die statt in eine Praxis lieber ins Krankenhaus gingen.

Der 118. Deutsche Ärztetag beginnt am Dienstag. Bei der Eröffnung in der Paulskirche sprechen der Präsident der Bundesärztekammer, Ulrich Montgomery, und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Das Parlament der Ärzteschaft tagt bis Freitag. Die 17 Ärztekammern entsenden dazu 250 Delegierte. Themen sind - neben Wahlen am Donnerstag - bessere Kommunikation mit den Patienten, die Debatte um die Schweigepflicht, der Kampf gegen globale Epidemien und diverse Gesetzesinitiativen.

apa.at

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