zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 7. Mai 2015

Kinder-Bewegungsprojekt erhält zusätzliche fünf Mio. Euro im Jahr

Die Initiative "Kinder gesund bewegen" hat in fünf Jahren 94 Prozent der Volksschulen und 77 Prozent der Kindergärten erreicht. Die Breitensportverbände ASKÖ, ASVÖ und Sportunion führten 130.000 "polysportive Bewegungseinheiten" durch, das Sportministerium stellte dafür bis zu zwei Millionen Euro jährlich zur Verfügung. Jetzt geht es mit zusätzlichen fünf Millionen pro Jahr in die Verlängerung.

Die Initiative wird zumindest bis zum Ende des Schuljahres 2018/19 fortgesetzt, gab Ressortchef Gerald Klug (SPÖ) bei einer Pressekonferenz am Donnerstag im Städtischen Wiener Kindergarten Josefstädterstraße bekannt. Applaus erhielt der Sportminister dafür von heimischen Sportlern, die selbst Eltern sind. "Ich weiß instinktiv, wenn meine Tochter sich bewegt, ist sie glücklich", sagte die Tischtennis-Olympionikin Liu Jia. "Sport macht g'scheit und man bleibt g'sund - und was will ich mehr für mein Kind", meinte Snowboard-Medaillengewinner Benjamin Karl, Vater einer knapp Dreijährigen.

Dass Bewegung auch für die geistige Fitness wichtig ist, unterstrich die Neurolinguistin Manuela Macedonia: Neurobiologisch gesehen zahle es sich aus, wenn sich Kinder "regelmäßig und auch ein bisschen außerhalb der Komfortzone bewegen": Der Hippocampus, jener Teil in den beiden Gehirnhälften, der für wichtige Funktionen des Gedächtnisses und die Entstehung neuer Gehirnzellen zuständig ist, werde dadurch angeregt. "Je fitter, desto bester für die geistig Leistung." Außerdem habe Sport eine positive Wirkung auf die Bildung des Nervenwachstumsfaktors, den "Dünger für das Gehirn": "Je mehr Bewegung, desto mehr von dieser Substanz wird gebildet." Vor allem in den ersten zehn Lebensjahren werde die Grundlage für eine "gute Hardware" des Gehirns gelegt, die im Alter von Neurodegeneration schützen könne, sagte Macedonia.

"Jeder zehnte Österreicher bzw. Österreicherin stirbt an der Ursache Bewegungsmangel", sagte Klug. "Sei es an chronischen Erkrankungen, Herzkreislauf-Erkrankungen und vieles mehr." Durch die Aufstockung der Mittel könnten künftig noch mehr Kinder erreicht und auch gleichzeitig mehrere Gruppen an einem Standort geführt werden. Lokale Vereine, auch von Fachverbänden, sollen stärker eingebunden werden. "Meines Erachtens ist das die größte jemals in Österreich durchgeführte Bewegungsinitiative für Kinder", betonte der Sportminister. Zum Thema Turnunterricht sagte Klug, die "tägliche Bewegungseinheit" an Ganztagsschulen sei ein erster wichtiger Schritt, er hoffe auf weitere in diese Richtung.

(S E R V I C E - www.kindergesundbewegen.at; Kindergärten und Volksschulen können sich unter der Telefonnummer 0800/202541 kostenfrei über die Initiative informieren.)

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben