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APA-Artikel 5. Mai 2015

Mit Rettungstrage umgestürzt - 79-jähriger Burgenländer starb

Im Südburgenland ist ein 79-jähriger Mann nach einem Unfall bei einem Patiententransport gestorben. Als Mitarbeiter des Roten Kreuzes den Pensionisten nach Hause bringen wollten, stürzte die dabei verwendete Rolltrage mit dem Mann um. Der 79-Jährige erlitt eine Kopfverletzung, drei Tage später starb er im Krankenhaus. Sein Tod beschäftigt nun auch die Staatsanwaltschaft.

Drei Sanitäter waren am 17. April dabei, den Pensionisten und eine andere Patientin vom Krankenhaus Oberwart nach Hause zu bringen, bestätigte Tobias Mindler, Sprecher vom Roten Kreuz Burgenland, gegenüber der APA am Dienstag einen Bericht des ORF Burgenland. Um den pflegebedürftigen Mann in Kemeten (Bezirk Oberwart) ins Haus zu transportieren, benützten sie eine Fahrtrage mit vier Rädern.

Nach bisherigen Erkenntnissen dürfte sich der Unfall ereignet haben, als die Trage einige Zentimeter angehoben werden musste, um eine Eisenschwelle zu überwinden. "Im Zuge des Anhebens dürfte es auf dem etwas abschüssigen Gelände zum Kippen der Trage gekommen sein", so Mindler: "Genau können wir es uns auch nicht erklären."

Der Pensionist habe sich in beinahe aufrechter Sitzposition - diese sei für ihn laut einer Anweisung im Krankenhaus am angenehmsten gewesen - auf der Trage befunden: "Dadurch ist der Schwerpunkt höher", erläuterte Mindler. "Wir wissen, dass der Patient ordnungsgemäß angeschnallt war und dass technische Probleme aus unserer Sicht ausgeschlossen werden können."

Denn die Trage sei erst im Jänner überprüft worden. Es sei augenscheinlich gewesen, dass der Patient eine schwere Kopfverletzung davongetragen habe, sagte Mindler. Deshalb sei ein Notarzt nachgefordert worden, der 79-jährige wurde unter notärztlicher Begleitung wieder ins Spital nach Oberwart gebracht. Dort starb der Mann nach drei Tagen.

Das Rote Kreuz habe nach dem Unfall noch am selben Tag Selbstanzeige erstattet, berichtete Mindler. Eine Obduktion des Toten wurde angeordnet. "Die Erhebungen sind noch nicht abgeschlossen, das Obduktionsergebnis ist noch nicht da", betonte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Eisenstadt, Roland Koch.

"Wir übernehmen selbstverständlich die Verantwortung für diesen Unfall", den das Rote Kreuz bedauere, sagte Mindler. Aus Sicht der Hilfsorganisation hätten die Sanitäter bei dem Patiententransport nach den derzeitigen Erkenntnissen alle Richtlinien befolgt. Es gehe den Mitarbeitern "überhaupt nicht gut."

apa.at

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