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APA-Artikel 4. Mai 2015

Spitalsärzte - AKH Wien: Schütz fordert Einlenken des Betriebsrats

Seit Monaten wird im Wiener AKH um die Umsetzung des neuen Arbeitszeitgesetzes für Spitalsärzte gefeilscht. Obwohl sich Medizinische Universität Wien und Betriebsrat in einigen Punkten bereits geeinigt haben, fehlt vor allem in Sachen Gehalt noch eine Lösung. Am Montag verschärfte der Rektor der MedUni, Wolfgang Schütz, den Tonfall und forderte per Aussendung ein Einlenken der Ärztevertreter.

Zuvor war eine weitere Gesprächsrunde zwischen den beiden Parteien ohne Ergebnis verlaufen. Als problematisch erweist sich dabei weiterhin die Forderung des Betriebsrats, die Gehaltserhöhung von insgesamt rund 30 Prozent rückwirkend mit 1. Jänner 2015 umzusetzen. "Ich kann die weiterhin ablehnende Haltung des Betriebsrats jetzt aber nicht mehr verstehen", erklärte Schütz. Der Verhandlungspartner solle "im Sinne der Ärzteschaft und im Interesse der Patienten die Protestlinie endlich verlassen und sich am Verhandlungstisch auch bewegen, anstatt weiterhin Versammlungen abzuhalten und immer neue Forderungen zu erheben", so der Rektor.

Derzeit liegt ein Angebot des Rektorats beim Betriebsrat - dieses sieht eine Gehaltserhöhung um 20 Prozent mit 2016 sowie eine weitere um 10 Prozent ab 2019 vor. Zudem könne ein Teil der für 2016 bis 2018 einkalkulierten Gelder auch vorgezogen werden, um rückwirkend bzw. ab sofort mehr Gehalt möglich zu machen. Zusätzliches Geld gibt es allerdings nicht. Das war den Ärztevertretern zuletzt zu wenig - ganz ablehnen will man das Angebot jedoch nicht, denn man wolle darauf aufbauen, hieß es.

Denn in einigen Punkten haben sich MedUni und Betriebsrat bereits geeinigt - so wurden etwa neue Dienstplanmodelle und eine finanzielle Entschädigung der Rufbereitschaft beschlossen. Auch der - von den Ärztevertretern als zu früh kritisierte - Umsetzungstermin wurde von 1. Juli 2016 auf 1. Jänner 2017 verschoben.

Vom Rektor gibt es für die Position des Betriebsrats daher nur wenig Verständnis: In dem "attraktiven Paket" würden nicht nur die Grundgehälter angehoben, sondern es könnten auch weiterhin Mehrstunden im bisherigen Ausmaß verrichtet werden. Denn auch nach der Umsetzung soll es per Opt-out-Regelung noch möglich sein, mehr als 48 Stunden pro Woche zu arbeiten - falls diese Stunden Forschung und Lehre zu Gute kommen. "Die Ärztegehälter an der MedUni Wien würden sich künftig - im nationalen und internationale Vergleich - sogar auf Spitzen-Niveau befinden, insbesondere bei den jungen Ärztinnen und Ärzten in Facharztausbildung", beteuerte Schütz.

Nicht nur im AKH, auch im Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) steht eine endgültige Lösung noch aus. Hier gibt es derzeit eine Teileinigung zwischen Stadt Wien und Ärztevertretern, diese muss allerdings noch von der Kurie der Wiener Ärztekammer abgenickt werden. Sie tritt am Nachmittag zusammen.

apa.at

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