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APA-Artikel 29. April 2015

Verengter Atemweg: LKH Graz kooperiert für OP mit Experten aus London

Eine angeborene Verengung der Luftröhre kann für Kinder schnell lebensgefährlich werden. Rettung bringt nur eine hoch komplizierte Operation, bei welcher der verengte Teil der Luftröhre entfernt wird. Weltweit gibt es dafür wenige Experten. Am Kinderzentrum des LKH-Uniklinikums Graz wurde der Eingriff an einem vierjährigen Kind österreichweit erstmals durchgeführt - mit einem Experten aus London.

"Ein derartig hochkomplexer Eingriff wurde bisher in keinem österreichischen Spital gemacht. Nachdem wir hier aber ein Hochleistungsteam zur Verfügung haben, haben wir uns entschlossen, nicht das Kind und die Familie nach London zu schicken, sondern den Experten aus London zum Kind zu bringen", betonte Gernot Brunner, Ärztlicher Direktor des LKH-Unikinikums, am Mittwoch in einem Pressegespräch in Graz.

Auch bei künftigen Eingriffen könne das Klinikum-Team auf die Expertise von Nagarajan Muthialu vom Great Ormond Street Hospital in London zurückgreifen. In dem auf Kindermedizin spezialisierten Spital werden weltweit die meisten Eingriffe dieser Art gemacht. 60 der bisher 140 dort operierten Kinder wurden von Muthialu durchgeführt, wie Holger Till, Vorstand der Uniklinik für Kinder- und Jugendchirurgie, schilderte.

Österreichweit komme statistisch etwa ein Kind jährlich mit der lebensgefährlichen Fehlbildung auf die Welt. Bei ausgeprägter Trachealstenose helfe letztlich nur mehr der aufwendige chirurgische Eingriff, den nur sehr wenige Chirurgen weltweit beherrschen, sagte Ernst Eber, Leiter der Klinischen Abteilung für Pädiatrische Pulmologie in Graz. Dabei werde unter Zuhilfenahme der Herz-Lungen-Maschine in einer zweieinhalbstündigen Operation die Engstelle durchtrennt und ein Stück der Länge nach aufgeschnitten. Sie werden ineinander verschoben und so überlappend zusammengenäht, dass ein minimaler Längenverlust entsteht. Das Narbengewebe werde in den darauffolgenden Wochen mit Laser entfernt und die Luftröhre zusätzlich mit einem Ballon gedehnt.

Der vierjährige Steirer hat die Operation im März gut überstanden und konnte nach zwei Wochen das Grazer Krankenhaus verlassen. Ziel sei es nun, die gewonnene Erfahrung auszubauen und das Klinikum Graz über die Landesgrenze hinaus als erste Anlaufstelle bei Verengungen der Luftröhre zu etablieren. Die Grazer Mediziner rechnen künftig mit ein bis zwei kleinen Patienten jährlich. Die Unterstützung werde weiterhin aus London kommen.

apa.at

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