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APA-Artikel 24. April 2015

Apothekengesetz braucht mehr Freizügigkeit

Anlässlich der bevorstehenden Landes-Gesundheitsreferentenkonferenz meldet sich der Präsident der NÖ Ärztekammer, Dr. Christoph Reisner, MSc, in Bezug auf den Vorschlag von Landeshauptmann-Stellvertreter Mag. Wolfgang Sobotka zu Wort: "Das Land Niederösterreich fordert mehr Freizügigkeit im Zusammenhang mit der Medikamentenabgabe. Das können wir nur unterstützen. Das bestehende Apothekengesetz ist in Bezug auf die Bedarfsprüfung antiquiert, wir brauchen ein freies Nebeneinander von ärztlichen Hausapotheken und öffentlichen Apotheken."

Für Präsident Dr. Reisner ist es naheliegend, dass speziell auf dem Land die Medikamente dort bezogen werden, wo sie auch verordnet wurden. "Ein Rezept hilft bei keiner Erkrankung, das Medikament muss so schnell wie möglich beim Patienten sein. Und nachdem vom Apotheker ohnehin nur exakt das verordnete Medikament abgegeben werden darf, ist die direkte Abgabe des Medikamentes unmittelbar nach der Untersuchung durch den Arzt noch in der Ordination der schnellste und beste Weg, rasch und ohne Verzögerung mit der Therapie beginnen zu können."

Medikamentenversorgung am Land nur durch Hausapotheken möglich

Dass öffentliche Apotheken ein größeres Sortiment haben als ärztliche Hausapotheken ist für Präsident Dr. Reisner nicht relevant. "Apotheken haben andere Aufgaben. Sie haben nicht nur eine große Auswahl an Medikamenten, sondern vor allem auch an rezeptfreien Produkten. Die Aufgabe der ärztlichen Hausapotheke ist eine andere: Rasche, wohnortnahe Medikamentenversorgung von kranken Menschen, die eine Apotheke nur schwer erreichen können."

Wer das bestehende System der Medikamentenabgabe reformieren will, der muss so wie in weiten Teilen der Schweiz ein generelles ärztliches Dispensierrecht, also eine mögliche Medikamentenabgabe bei allen Ärztinnen und Ärzten verbunden mit der freien Niederlassung für öffentliche Apotheken, in Betracht ziehen. "Das System in der Schweiz funktioniert nicht nur ohne dass es ein Apothekensterben gegeben hätte. Es ist auch in Bezug auf die Kosten der Medikamentenabgabe deutlich günstiger als bei uns."

Eine Liberalisierung ist medizinisch und ökonomisch ideal

Der Patient soll selbst entscheiden. "Der Lebensmittelmarkt funktioniert auch ohne Regulierung. Und es gibt weltweit immer noch genügend Beispiele für regulierte Lebensmittelmärkte, innerhalb derer die Versorgung der Menschen suboptimal ist. Es ist daher ganz klar davon auszugehen, dass auch die Medikamentenversorgung ohne Regulierung besser funktionieren würde.

Präsident Dr. Reisner begrüßt daher die Initiative von LH Stv. Mag. Sobotka zur raschen Nahversorgung mit Medikamenten und sieht keinen Grund, die dringend notwendige Reform des Apothekengesetzes hinauszuzögern: "Freie Niederlassung für öffentliche Apotheken und freie Entscheidung jedes Arztes, ob er Medikamente abgeben will. Die Patientinnen und Patienten sollen selbst und frei entscheiden, wo sie ihre Medikamente beziehen wollen. Das ist der einzig richtige Weg, der sowohl aus medizinischer als auch aus ökonomischer Sicht zielführend ist!"

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/29/aom

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