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APA-Artikel 23. April 2015

Radiologen beklagen Wartezeiten bei MRT-Untersuchungen

Die Magnetresonanztomografie (MRT) hat sich als wichtigste diagnostische Methode in der Radiologie etabliert. Der Bedarf an derartigen Untersuchungen übersteige jedoch die krankenkassenfinanzierte Versorgung. Die Folgen seien Wartezeiten von mehreren Wochen im niedergelassenen Bereich. Das beklagten Fachärzte am Donnerstag einer Pressekonferenz der Österreichischen Röntgengesellschaft in Wien.

Zwar gibt es im niedergelassenen Bereich ausreichend Geräte, wie der Wiener Radiologe Friedrich Vorbeck festhielt. Das Problem liegt nach seinen Angaben darin, dass die Krankenkassen nur ein marginales Plus an Untersuchungen finanzieren. Der Bedarf steige pro Jahr aber um acht Prozent. Dafür gibt es mehrere Gründe: der Bevölkerungszuwachs, die älter werdenden Menschen und die Ausweitung der Untersuchungsmöglichkeiten.

"2010 begann der Hauptverband einzusparen. Eine der Nebenwirkungen war, dass die Honorarsumme für MR-Untersuchungen seither nur um 0,5 Prozent pro Jahr - also um fast nichts - erhöht wird", sagte Vorbeck zur Situation im niedergelassenen Bereich. Seit diesem Jahr gebe es auch in Spitälern zunehmend Wartezeiten, zurückzuführen auf das am 1. Jänner in Kraft getretene Ärztearbeitszeitgesetz.

Die Sache mit den Wartezeiten "wird von den Gesundheitspolitikern üblicherweise etwas anders gesehen als von den Betroffenen", meinte Vorbeck. Ausweg für Patienten: Sie bezahlen die Untersuchung privat und kommen binnen zwei Tagen dran. Schätzungsweise 200 Euro sind nach Angaben des Radiologen dafür zu veranschlagen.

Weitere Engpässe befürchten die Radiologen durch eine höhere Zahl an MR-Untersuchungen der Brust. Denn im österreichischen Screening-Programm ist die MRT möglich und bei bestimmten Frauen - etwa im Fall unklarer Befunde oder bei hohem Erkrankungsrisiko - sinnvoll. Diesen Zugang "hat kein anderes Screening-Programm in Europa", sagte Alexandra Resch von der Röntgengesellschaft. Durch MRT sind auch Tumore erkennbar, die durch Mammografie oder Ultraschall unentdeckt blieben.

Als ebenso effektiv hat sich die MRT bei der Diagnose von Prostatakarzinomen erwiesen. Biopsien können durch das bildgebende Verfahren zielgerichtet durchgeführt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Tumor trotz eines solchen für den Patienten unangenehmen Eingriff unentdeckt bleibt, hat sich massiv reduziert.

apa.at

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