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APA-Artikel 20. April 2015

D: Gröhe will Impflücken schließen - weniger neue Masern-Fälle in Berlin

Gesundheitsminister Gröhe ruft zu einer "Kraftanstrengung" auf, damit sich mehr Menschen impfen lassen. Die Masern-Zahlen in Berlin geben indes Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) hat dazu aufgerufen, bei allen Routine-Gesundheitsuntersuchungen den Impfschutz zu überprüfen. "Wir brauchen jetzt eine Kraftanstrengung von Ärzten, Kitas, Schulen und allen anderen Verantwortlichen, um die Impflücken zu schließen", teilte er am Freitag anlässlich der bevorstehenden Europäischen Impfwoche mit. Mit dem Präventionsgesetz müsse künftig bei der Aufnahme in eine Kita ein Nachweis über eine ärztliche Impfberatung vorgelegt werden.

Die zur Auslöschung von Masern nötige Impfquote von 95 Prozent erreichten bisher nur Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, hieß es weiter in der gemeinsamen Mitteilung des Bundesgesundheitsministeriums, der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und des Robert Koch-Instituts. Große Impflücken bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen seien ein maßgeblicher Grund für die zuletzt starke Verbreitung von Masern vor allem in Berlin, aber auch in Sachsen und Thüringen.

Seit Beginn des Masernausbruchs in Berlin im vergangenen Oktober erkrankten nach Angaben des Landesamts für Gesundheit (LAGeSo) bis zum Freitag 1101 Menschen, 980 davon in diesem Jahr. Etwa jeden vierten Patienten erwischte es so stark, dass er in ein Krankenhaus musste. Im Februar starb ein ungeimpftes Kleinkind an Masern.

In den vergangenen Tagen war ein Abwärtstrend der Neuansteckungen festzustellen, wie eine Sprecherin des Landesamtes berichtete. Nach zwischenzeitlich 80 Neuansteckungen pro Tag waren es von Donnerstag auf Freitag nur sieben. Es sei allerdings deutlich zu früh, um von einem Abklingen in Berlin zu sprechen, sagte die Sprecherin.

Das sächsische Gesundheitsministerium meldete mit Stand von Freitagmittag 211 Masern-Ansteckungen seit Jahresbeginn. In Leipzig, wo zunächst der Schwerpunkt lag, habe sich die Lage beruhigt, berichtete eine Sprecherin. Zuletzt seien vor allem in Dresden Einzelfälle hinzugekommen.

apa.at

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