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APA-Artikel 16. April 2015

Griechenland - Krasser Ärztemangel trotz Überangebots an Medizinern

Die Finanznot des griechischen Staates wird auch im Gesundheitswesen manifest. Laut Athener Gesundheitsministerium müssten in öffentlichen Spitälern rund 5.000 Stellen für Pflege- und Sanitätspersonal und 3.000 für Ärzte nachbesetzt werden, um zumindest die medizinische Grundversorgung zu gewährleisten. Bewerber gibt es genug, Geld nicht. Viele Mediziner wandern wegen fehlender Perspektiven aus.

Dabei ist vor allem der Mangel an Fachärzten unübersehbar. Die Wartesäle sind in der Regel überfüllt. Dabei ist die Arbeitslosigkeit bei Ärzten in Griechenland nach den neuesten statistischen Daten auf Rekordhöhe gestiegen. Der Athener Ärztekammer (ISA) zufolge hat sich die Zahl der arbeitslosen Fachärzte in den vergangenen fünf Jahren verdoppelt.

Das griechische Arbeitsamt (OAED) hat knapp 4.000 arbeitslose Ärzte registriert. Von diesen hat rund ein Drittel noch Anspruch auf Arbeitslosengeld. Dieses beträgt 360 Euro monatlich. Besonders betroffen sind junge Ärzte und solche, die noch keinen Platz für einen Turnus bzw. eine Facharztausbildung ergattern konnten.

In Griechenland selbst gibt es nur in Privatkliniken genügend Personal, doch eine Behandlung dort können sich große Teile der Bevölkerung nicht leisten. Im öffentlichen Bereich wurden in den vergangenen Jahren massive Lohneinschnitte vorgenommen. Das führte dazu, dass zahlreiche Ärzte nach Mittel- oder Nordeuropa abwanderten, wo sie sich bessere Arbeitsbedingungen erhofften.

Die Anzahl der derart in die Emigration gedrängten Fachärzte ist laut der Statistik in den vergangenen Jahren drastisch gestiegen. Ein Beispiel: Im Jahr 2007 wanderten etwa 292 Fachärzte aus, 2012 waren es bereits 1.166. Insgesamt sollen zwischen 2009 und 2004 um die 7000 griechische Ärztinnen und Ärzte emigriert sein. Allein bei den Zahnärzten waren es um die 400.

Beliebtestes Ziel ist Deutschland. Die dortige Bundesärztekammer zählte im Jahr 2013 laut der Statistik 2.847 Mediziner griechischer Abstammung. Mittlerweile ist Zahl wohl noch gestiegen, obwohl noch keine offiziellen Daten vorliegen.

apa.at

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