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APA-Artikel 14. April 2015

Nach Herzstillstand - Gute Betreuung rund um die Uhr im Wiener AKH

Zwischen Jänner 2006 und Mai 2013 gab es für Patienten mit Herzstillstand und wieder in Gang gekommener Herz-Funktion bei Behandlung im Wiener AKH sehr gute Ergebnisse. Sie unterschieden sich auch nicht, ob der Notfall am Tag oder in der Nacht aufgetreten war. Das ist das Ergebnis einer Studie, welche Wiener Notfallmediziner jetzt in der Fachzeitschrift "Medicine" (Baltimore/USA) publiziert haben.

Derzeit herrschen an den Universitätskliniken der MedUni Wien im AKH heftige Diskussionen darüber, wie sich durch die neuen Arbeitszeitregelungen für Ärzte mit einer Reduktion der Dienstzeiten ergebende Personalengpässe bewältigen lassen. Davon hängt wohl auch die Qualität der Versorgung der Patienten ab. Zusätzlich geht es um die Bezahlung der Ärzte. Bisher gab es keine Einigung mit Rektor Wolfgang Schütz.

In der Vergangenheit jedenfalls war die Versorgung der akut wohl schwerstkranken Patienten nach einem Herzstillstand im Wiener AKH und durch die Klinik-Mediziner rund um die Uhr von gleich hoher Qualität. Thomas Uray von der Universitätsklinik für Notfallmedizin und die Co-Autoren haben die Daten von 1.059 Patienten analysiert, die nach einem akuten Herzstillstand und durch Reanimation wieder in Gang gekommenen Kreislauf zwischen Jänner 2006 und Mai 2013 ins AKH eingeliefert worden sind.

"Früher Studien haben darauf hingewiesen, dass die Ergebnisse nach Herzstillstand außerhalb des Krankenhauses während der Nacht schlechter sein könnten", zitieren die Autoren die bisherige Literatur. Wohl keine Frage: Das Schicksal dieser Patienten hängt von der schnellen Reanimation, vom Notarztdienst und von der technischen und personellen Ausstattung der Notfallabteilung ab, in welche sie eingewiesen werden.

Die Wissenschafter untersuchten die Daten für die Zeiträume zwischen 8.00 Uhr und 16.00 Uhr bzw. danach. Dies ist mit den üblichen Diensträdern der Ärzte und des sonstigen Personals begründet. Die an der Wiener Notfall-Universitätsklinik an vorderster Front entwickelte schnelle Hypothermie-Behandlung (Körper-Abkühlung) zum Schutz des Gehirns des Patienten bei Eintreffen im Spital gab in der Studie den ersten Hinweis auf eine optimale Betreuung: 77 Prozent der am Tag eingelieferten Patienten und 79 Prozent der Betroffenen in der Nacht bekamen binnen einer Stunde nach Eintreffen im AKH diese Behandlung.

Einen entscheidenden Nutzen haben Patienten mit sogenannter ST-Streckenhebung (EKG-Zeichen) bei einem Infarkt von einer möglichst schnellen Ballon-Dilatation bzw. Stent-Implantation in dem blockierten Herzkranzgefäß. Dies trifft natürlich noch extremer für Patienten zu, die deshalb auch noch einen Herzstillstand erlitten haben.

Auch hier zeigte sich kein Unterschied, ob Tag oder Nacht. "Bei den 298 Patienten mit ST-Streckenhebung und Infarkt unterschied sich die durchschnittliche Zeit zwischen Ankommen (im AKH) und Ballondilatation ("Door-to-Balloon-Time"; Anm.) zwischen Tag und Nacht nicht", schrieben die Wissenschafter. Am Tag waren es 82 Minuten gewesen, in der Nacht 86 Minuten. Auch das war statistisch kein signifikanter Unterschied.

Nach zwölf Monaten lebten immerhin noch 49 Prozent der am Tag nach Herzstillstand eingelieferten Kranken, ebenso 48 Prozent jener Kranken, die nach dem äußerst lebensbedrohlichen Zwischenfall in der Nacht eingeliefert wurden. Bei 43 (Tag) bzw. 41 Prozent (Nacht) gab es neurologisch ein gutes Endergebnis. Die Wissenschafter argumentieren, dass Patienten mit einem akuten Herzstillstand und erfolgreicher Reanimation wohl am besten in einer solchen spezialisierten Abteilung versorgt wären. Dafür sind alle notwendigen technischen und personellen Ressourcen rund um die Uhr erforderlich.

apa.at

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