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APA-Artikel 7. April 2015

McDonald lädt Ärztekammer zu Dialog ein

Der Vorstandsvorsitzende im Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Peter McDonald, lädt die Ärztekammer zu einem Gespräch ein, um die zuletzt rund um das neue Arbeitszeitgesetz für Spitalsärzte aufgetauchten Differenzen zu bereinigen. Die Sozialpartnerschaft mit der Ärztekammer sieht McDonald derzeit einigermaßen belastet.

"Ich bin ein Mann des Dialoges", stellte der Hauptverbands-Chef im APA-Interview fest. Deshalb habe er die Spitze der Ärztekammer zu einem Dialog eingeladen, der Mitte April stattfinden werde. Es sei zielführender, Zukunftsfragen "am Bürotisch zu diskutieren, statt sich die Dinge über die Medien auszurichten". Für McDonald geht es darum, über Themen, die beiden Seiten wichtig sind, "wieder einen Dialog zu starten mit der klaren Zielsetzung, die Verunsicherungspolitik der Ärztekammer über die Medien zu beenden". Als mögliche Themen nannte er den künftigen Ärztebedarf, die Ausbildung der Ärzte und das Zusammenspiel zwischen Ärzten in Spitälern und im niedergelassenen Bereich sowie mit anderen Gesundheitsberufen.

Die Partnerschaft mit der Ärztekammer hat nach Ansicht des Hauptverbands-Chefs in letzter Zeit etwas gelitten. In einer Partnerschaft sei es wichtig, dass Verträge, die unterzeichnet oder paraphiert wurden, in den eigenen Reihen auch vertreten werden und halten. In letzter Zeit sei es zu mehreren Vorgängen gekommen, die ihn "besorgt stimmen", spielte McDonald etwa auf die Unterschrift des Wiener Ärztekammer-Präsidenten Thomas Szekeres unter eine Vereinbarung mit der Stadt Wien an, die dann von der Ärztekammer nicht akzeptiert wurde. Der Hauptverbands-Chef baut aber darauf, dass ein guter Dialog mit der Ärztekammer "die Partnerschaft wieder festigt".

Die inhaltliche Kritik der Ärztekammer - Stichwort Versorgungsengpässe, Ambulanzschließungen - weist McDonald zurück. Die Ärztekammer wolle den Menschen suggerieren, dass die gute medizinische Versorgung in Gefahr sei. "Dem ist nicht so", stellte der Vorsitzende des Hauptverbandes klar. Auch einen Ärztemangel kann er so nicht feststellen, vielmehr ärgert ihn: "Trotz höchster Ärztedichte weltweit wird dem Bedürfnis nach Gesprächszeit und besserer Vernetzung zu wenig Rechnung getragen." Stattdessen fordert McDonald einen Abbau der Bürokratie und eine bessere Organisation der Arbeitsprozesse in den Spitälern, um durch mehr Effizienz Zeit zum "Arzt-sein" freizumachen.

Einen Reformbedarf sieht der Chef der Sozialversicherungen trotzdem. Man müsse an der Weiterentwicklung des Gesundheitswesens arbeiten, um es fit für die zweite Hälfte des 21. Jahrhunderts zu machen. Neben dem genannten Bürokratie-Abbau, damit sich die Ärzte wieder stärker auf die Betreuung und medizinischen Versorgung konzentrieren können, sowie einem stärkeren Fokus auf die Ergebnisqualität ist es ihm wichtig, zusätzlich zur "hervorragenden Reparaturmedizin" auch die Vorsorgemedizin in den Vordergrund zu rücken. Als weiteres Thema nannte McDonald eine ganzheitliche Betreuung der Patienten durch eine bessere Zusammenarbeit der Ärzte untereinander sowie mit anderen Gesundheitsberufen.

Letzteres sollen auch ergänzende Modelle in der Primärversorgung gewährleisten. Dafür sind derzeit elf Pilotprojekte in Vorbereitung, das erste startet noch im Frühjahr in der Wiener Mariahilfer Straße. Dabei werden nach den jeweiligen regionalen Bedürfnissen unterschiedliche Kooperationsmodelle ausprobiert. Neben einer Ausweitung der Öffnungszeiten, damit die Patienten auch am Abend und an Wochenenden versorgt werden können, soll eine telefonische Erstberatung auch die Ärzte entlasten. Laufen sollen die Pilotprojekte bis 2016, dann will man Schlüsse ziehen, was sich bewährt hat und was nicht.

Auch bei der Verrechnung für die Leistungen der Ärzte werden derzeit verschiedene neue Tarifmodelle ausprobiert, teilte McDonald mit. Die von Ärzten kritisierten degressiven Tarife verteidigte der Hauptverbands-Chef als Rabatte, wo "für die 1.000 Handlung weniger bezahlt wird als für die erste". Und Deckelungen gebe es nur "in ganz wenigen Fällen", die mit der Ärztekammer ausverhandelt worden seien. "Da kritisieren sie Verträge, die sie selbst verhandelt haben."

apa.at

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