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APA-Artikel 2. April 2015

Hilfswerk begrüßt geplante Gesetzesänderung bei 24-Stunden-Betreuung

"Eine langjährige Forderung des Hilfswerks wird endlich erfüllt", kommentiert Hilfswerk-Präsident Othmar Karas die geplante Novellierung der Gewerbeordnung, die sich momentan in Begutachtung befindet. Im Zusammenhang mit der EU-Richtlinie Seveso III soll das Gewerbe der Personenbetreuung von dem der Vermittlung von Personenbetreuung getrennt werden. "Ein Geburtsfehler bei der Legalisierung der 24-Stunden-Betreuung im Jahr 2007 soll nun offenbar korrigiert werden", so Karas.

"Das System der 24-Stunden-Betreuung hat sich in den letzten Jahren zu einem unverzichtbaren Bestandteil der Betreuungslandschaft in Österreich entwickelt", ist Karas überzeugt. Ende 2014 waren in Österreich 51.000 Personenbetreuer aktiv, weitere 18.000 hatten ihre aufrechte Gewerbeberechtigung ruhend gestellt. Nach Schätzungen des Hilfswerks werden etwa 25.000 Personen mit Hilfe von Personenbetreuern zu Hause betreut, das entspricht mehr als einem Drittel der in österreichischen Pflegeheimen untergebrachten Personen.

"Das Modell funktioniert - trotz mancher anderslautender Unkenrufe - recht gut", weiß Karas. "Untersuchungen der Sozialversicherung im Auftrag des Sozialministeriums zeigen wenige Beanstandungen. Eine vom Hilfswerk durchgeführte Umfrage unter den von ihm vermittelten Personenbetreuer zeigte eine überraschend hohe Zufriedenheit mit dem System der 24-Stunden-Betreuung in Österreich", so Karas weiter.

Probleme gab und gibt es im Bereich der Vermittlung. Etliche Vermittlungsagenturen wurden offenbar mit einer Goldgräbermentalität gegründet, ohne das entsprechende fachliche Know-how im Hintergrund zu haben. In manchen Agenturen werden Personenbetreuerinnen und -betreuer unfair behandelt. In letzter Zeit häufen sich auch die Berichte über Personenbetreuerinnen, die in Bussen nach Österreich gebracht werden und auf der Straße gehbehinderte Personen auf einen Bedarf nach Personenbetreuung ansprechen, ebenso Berichte über offenbar illegale Vermittlungspraktiken in Einrichtungen des Gesundheitswesens.

"Mit der Trennung der Gewerbe kann erstmals auf einer rechtlichen Basis identifiziert werden, wer als Vermittler tätig ist. Über die Zahl der derzeit in Österreich tätigen Vermittlungsagenturen gibt es bislang nur Spekulationen", erklärt Karas und fordert weitere Schritte: "Mit Ausübungs- und Standesregeln müssen noch grundlegende Qualitäts- und Transparenzregelungen verankert werden. Die Kunst dabei wird sein, dass damit wirklich Qualität und nicht - wie in anderen Bereichen - zusätzliche Bürokratie gefördert wird. Auch die Förderrichtlinien des Sozialministeriums werden in dieser Hinsicht zu überarbeiten sein. Schließlich werden die Bemühungen seriöser Agenturen um ein Qualitätssiegel, die im Rahmen der Wirtschaftskammer bereits begonnen haben, weiterzuführen sein", so Karas abschließend.

Umfangreiche Informationen zur 24-Stunden-Betreuung des Hilfswerks sind unter http://www.hilfswerk.at/24-Stunden-Betreuung abrufbar.

Die Ergebnisse der viel beachteten Hilfswerk-Enquete "24-Stunden-Betreuung zwischen Mythos und Realität" sind hier zusammengefasst: http://www.hilfswerk.at/wir-ueber-uns/news-presse/aussendungen/enquet e-24-stunden-betreuung-zwischen-mythos-und-realitaet0

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/403/aom

apa.at

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