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APA-Artikel 30. März 2015

D: Die ärztliche Schweigepflicht - Ausnahmen sind möglich

Die ärztliche Schweigepflicht gehört laut Bundesärztekammer zum Kernbereich der Berufsethik. "Ärzte haben über das, was ihnen in ihrer Eigenschaft als Arzt anvertraut oder bekanntgeworden ist, zu schweigen", heißt es in Empfehlungen der Kammer für Arztpraxen. Dies ist in Paragraf 9 der Muster-Berufsordnung so geregelt und gilt über den Tod eines Patienten hinaus sowie gegenüber Familienangehörigen. Auch Berufsordnungen der Landesärztekammern beinhalten Regelungen.

Ärzte dürfen jedoch Auskunft geben, wenn sie von der Schweigepflicht entbunden worden sind - "oder soweit die Offenbarung zum Schutze eines höherwertigen Rechtsgutes erforderlich ist". Auch wenn mehrere Ärzte an der Behandlung eines Patienten beteiligt sind, dürfen sie sich untereinander austauschen, wenn das Einverständnis des Patienten vorliegt oder "anzunehmen" ist.

Sollten Ärzte von ihren Patienten nicht von ihrer Schweigepflicht entbunden worden sein, können sie sich der Bundesärztekammer zufolge ausnahmsweise darüber hinwegsetzen, wenn etwa "besonders schwere Verbrechen" verhindert werden sollen oder eine Gefahr für Leib und Leben besteht (§ 138 und 34 Strafgesetzbuch).

Ein Beispiel der Bundesärztekammer: Ein Arzt darf dem Sexualpartner eines HIV-Patienten dessen Erkrankung mitteilen, wenn er zuvor den Infizierten dazu nicht bewegen konnte. Patientendaten darf ein Arzt darüber hinaus unter anderem an die Krankenkassen übermitteln, etwa bei Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen.

Wer als Arzt Privatgeheimnisse verletzt, kann nach Paragraf 203 des Strafgesetzbuches mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe belegt werden. Das gilt beispielsweise auch für Vertreter anderer Heilberufe und Berufspsychologen.

apa.at

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