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APA-Artikel 27. März 2015

Spitalsärzte - Wiener Ärztekammer nimmt Beschluss "zur Kenntnis"

Die Wiener Ärztekammer nimmt den Beschluss zur Anpassung der KAV-Ärztegehälter "zur Kenntnis", wie sie am Freitag in einer Aussendung dargelegt hat. Aus Sicht des Verhandlungsteams der Kammer gestalteten sich die Verhandlungen mit der Stadt Wien als "sehr schwierig". Nach wie vor, so wurde bekräftigt, gebe es aber keine Einigung bei finanziellen Fragen.

Immerhin konnte klargestellt werden, "dass es zu keinerlei Personalreduktionen und Streichungen von Nachtdiensträdern kommt, solange nicht die notwendigen Rahmenbedingungen, wie beispielsweise zentrale Notaufnahmen, umgesetzt sind". Ob die Strukturveränderungen im ausreichenden Ausmaß erfolgen, werde durch eine gemeinsame Kommission überwacht. Oberstes Ziel sei es dabei, jene Bereiche in den Spitälern zu entlasten, in denen es schon "derzeit zu einer zu hohen Arbeitsbelastung kommt und in denen sich die Arbeit in den letzten Jahren zunehmend verdichtet hat", heiße es wörtlich in der am Donnerstag auf Verhandlungsebene erzielten Vereinbarung.

Auch sei Konsens erzielt worden, dass es an einzelnen Abteilungen zu einer Personalvermehrung wird kommen müssen: "Damit ist einer jener Punkte vom Tisch, die zu besonders großer Unzufriedenheit innerhalb der Kollegenschaft geführt haben", so Hermann Leitner, Obmann der Kurie angestellte Ärzte und Vizepräsident der Ärztekammer für Wien: "Fakt ist: Ohne eine Reduktion der Leistungen beziehungsweise einer Strukturreform sind Personalreduktionen aus unserer Sicht unmöglich."

"Massive Differenzen" gebe es hingegen nach wie vor bei der Bezahlung, auch wenn künftig etwa Funktionszulagen ausbezahlt würden: "Hinsichtlich der besseren Bezahlung der Nacht-, Sonn- und Feiertagsdienste lässt eine Annäherung aber weiter auf sich warten." Den Beschluss des Landtags mit den neuen Gehaltstabellen nehme man zur Kenntnis. Die Kurie der Kammer wird nach Ostern über den "Zwischenstand" der Verhandlungen informiert. Dann soll auch das weitere Vorgehen abgestimmt werden, hieß es.

Auch die Wiener Opposition mokierte sich über den heutigen Beschluss. Für die FPÖ erinnerte der Landtagsabgeordnete Peter Frigo an die Ablehnung des bereits vor einigen Wochen ausverhandelten Arbeitszeitpakets durch die KAV-Ärzte. Die derzeitigen Pläne seien somit ein "reines Drüberfahren" über die gesamte Ärzteschaft.

Das vorliegende neue Gehaltsschema für Turnus- und Fachärzte ist laut der ÖVP-Abgeordneten Ingrid Korosec "leider nur Stückwerk geblieben". Die notwendigen flankierenden Maßnahmen würden fehlen. Sie vermisse etwa eine Stärkung des niedergelassenen Bereichs. "Einer solchen Vorgangsweise ohne Weitblick können wir nicht zustimmen", begründete sie die Ablehnung der Volkspartei.

apa.at

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