zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 27. März 2015

Spitalsärzte - Tiroler Bezirksärzte sehen sich nicht eingebunden

Die im Konflikt rund um das neue Ärztearbeitszeitgesetz von den Trägern der Tiroler Bezirksspitäler präsentierte Übergangslösung ist bei den betroffenen Medizinern weniger gut angekommen. "Die Frustration und Demotivation ist extrem. Wir wurden nie zu Verhandlungen eingeladen und viele Fragen sind einfach ungeklärt", monierte etwa Spitalsärztevertreter Hannes Müller vor Journalisten am Freitag.

Die Gemeindeverbände als Träger der Bezirksspitäler hatten ihren Medizinern tags zuvor nach einem Runden Tisch im Innsbrucker Landhaus ein Angebot für eine Übergangslösung für das Jahr 2015 vorgelegt, das eine Gehaltserhöhung beinhaltet. Diese werde zu Mehrkosten von 3,7 Millionen Euro führen, hatte es geheißen. Zu diesen Verhandlungen seien aber keine Vertreter der Ärzteschaft oder Betriebsräte involviert gewesen, bemängelte Müller: "Die Verantwortlichen haben sich wie bei einer Papstwahl zu einem Konklave zurückgezogen bis weißer Rauch aufstieg. Und das Ergebnis müssen wir jetzt zur Kenntnis nehmen".

Über die Berechnungen könne man daher auch nicht viel sagen, weil man sie schlicht und einfach nicht kenne. Keinesfalls akzeptiert werden könne aber, dass gleichzeitig alle Betriebsvereinbarungen in den einzelnen Krankenhäusern weggewischt werden sollen, kritisierte der Spitalsärztevertreter: "Mann kann nicht eine Betriebsvereinbarung des Zentralkrankenhauses auf ein peripheres Haus umlegen. Die einzelnen Betriebsvereinbarungen sind die Lebensader der peripheren Krankenhäuser".

"Wir haben eine klare Forderung für die Bezirkskrankenhäuser", sagte der Kurienobmann der angestellten Ärzte, Ludwig Gruber: "Wir wollen die gleichen Gehaltssteigerungen, wie es das Land für die Tilak (Tiroler Landeskrankenanstalten-Träger, Anm.) vereinbart hat". Das würde in etwa sieben bis acht Millionen Euro ausmachen. Zum gestern präsentierten Angebot fehle somit etwa "gut die Hälfte". Die Standesvertreter wiesen darauf hin, dass sie keine Lohnerhöhung sondern eine Abgeltung der Gehaltseinbußen forderten, die sich durch das neue Arbeitszeitgesetz ergeben.

Es sei nicht einsehbar, dass die Erhöhungen in den BKH niedriger ausfallen sollen als jene im Tilak-Bereich, argumentierte Ärztekammerpräsident Artur Wechselberger: "Das einzige tirolweit Einheitliche sollte die Erhöhung sein". Die jeweilige Umsetzung gehöre aber auf die regionale Ebene verlegt, also an die BKH und ihre Träger. Denn die Periphere müsse sich oftmals besonders im Wettbewerb um Mediziner bemühen, sonst blieben diese im Zentralraum oder würden ins benachbarte Ausland abwandern. Viele Kollegen hätten sich aufgrund der "frustrierenden Situation" bereits über Kündigungsmodalitäten erkundigt, betonte Müller. Vereinzelt hätten Ärzte diesen Schritt dann auch gesetzt.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben