zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 26. März 2015

Verhandlungen über neuen Ärzte-Kollektivvertrag in den Ordensspitälern beginnen

Heute, Donnerstag, beginnen auch in Wiens Ordensspitälern die Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag für Ärzte. Die acht gemeinnützigen, also nicht gewinnorientierten Ordensspitäler haben einen öffentlichen Versorgungsauftrag und werden mit Mitteln der Stadt Wien und der Sozialversicherungen finanziert. Nachdem die Stadt Wien, so wie alle anderen Bundesländer auch, als Konsequenz auf die Einführung des neuen Arbeitszeitgesetzes die Ärztegehälter in den Gemeindespitälern deutlich erhöht hat, stehen nun auch die Träger der Ordensspitäler vor Verhandlungen mit der für sie zuständigen Gewerkschaft. Diese zusätzlichen Kosten können mit den laufenden Budgets nicht gedeckt werden.

"Um seriös verhandeln zu können, brauchen wir eine verbindliche Zusage der Gemeinde Wien, dass zusätzliche Personalkosten von der öffentlichen Hand übernommen werden", fordert Prim. Dr. Manfred Greher, Sprecher der Plattform der acht Wiener Ordensspitäler (Ärztlicher Direktor des Herz-Jesu Krankenhauses). "Unsere Ärzte bieten gleichwertige Leistungen wie ihre Kolleginnen und Kollegen in den Gemeinde-Spitälern. Es wäre höchst ungerecht und mit nichts zu rechtfertigen, wenn Ärzte in den Ordensspitälern unter schlechteren Rahmenbedingungen arbeiten müssten als ihre Kolleginnen und Kollegen in den Gemeindespitälern."

"Die Umsetzung des Ärztearbeitszeitgesetzes in Anlehnung an das Schema für Gemeindespitäler bürdet den acht Wiener Ordensspitälern im laufenden Jahr Zusatzkosten von 11 Millionen Euro auf. Dabei sind wir auf die Gemeinde Wien angewiesen, weil wir weder finanzielle noch Einsparungs-Spielräume haben", so Prim. Greher. "Wir haben das Büro der Gesundheitsstadträtin bereits Mitte Februar über unsere Situation und den zusätzlichen Finanzbedarf informiert."

Positive Bewertung der Aussage von SPÖ-Gemeinderat Wagner

Positiv bewerten Wiens Ordensspitäler die Aussage von SPÖ-Gemeinderat Kurt Wagner, der über eine Presseaussendung mitteilte, dass für Wiens Ordensspitäler die gleichen Rahmenbedingungen wie für alle anderen Akteure gelten müssten und er "finanzielle Stabilität für Ordensspitäler, aber keine Bevorzugung" befürworte. "Hier besteht völliges Einvernehmen zwischen Gemeinderat Wagner und den Ordensspitälern", so Prim. Greher. "Wir wollen von der Gemeinde Wien die Zusicherung der finanziellen Unterstützung, die für die Stabilität der von uns angebotenen Versorgung erforderlich ist. Und wir wollen Rahmenbedingungen, die nicht schlechter sind als jene für Gemeindespitäler." Im Übrigen bestehe die Gefahr einer Bevorzugung der Wiener Ordensspitäler "angesichts der derzeit geltenden Finanzierungssystematik, in der Ordensspitäler mit deutlich weniger Mittel als städtische Spitäler auskommen müssen, in keiner Weise."

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/15922/aom

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben