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APA-Artikel 26. März 2015

WGKK: Ärzteschaft muss Versorgung für Patientinnen und Patienten optimieren

Die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) kann die Panikmache der Ärztekammer rund um vermeintliche Behandlungs-Engpässe nicht nachvollziehen. "Es gibt in keinem einzigen Fach eine Versorgungskrise. Es gibt aber sehr wohl das Phänomen, dass die Ärztekammer Patientinnen und Patienten zum Spielball macht, um eigene Interessen durchzusetzen", kontert WGKK-Obfrau Ingrid Reischl.

Konkret zeigt sich diese Strategie etwa im Bereich der Untersuchungen mittels CT und MRT. In der letzten Verhandlung zwischen der Wirtschaftskammer Österreich und dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger wurde ein zusätzliches Budget von 2,2 Millionen Euro beschlossen, das auch dazu führen sollte, Wartezeiten abzubauen und innovative Leistungen der Vertragsinstitute zu fördern. Zudem wird die Honorarsumme für CT und MRT jährlich erhöht, ergänzt Reischl. "Das bedeutet, dass die Zahl der möglichen Untersuchungen jährlich steigt." Für die Obfrau der WGKK ist es daher unverständlich, dass die Ärztekammer hier eine Aufhebung des Deckels verlangt. Denn: "Wie unsere internen Abrechnungen zeigen, hat die überwiegende Mehrheit der Institute im Vorjahr die vorgesehene Honorarsumme nicht einmal ausgeschöpft und somit weniger Untersuchungen durchgeführt als möglich gewesen wären ".

Ärzteschaft bei längeren Öffnungszeiten säumig

Wie sehr der Flaschenhals bei der Versorgung hausgemacht ist, zeigen die unflexiblen Öffnungszeiten, die vor allem bei Fachärztinnen und -ärzten durchschlagen. Reischl: "Nach wie vor ordinieren viele nur an vier Tagen in der Woche. Patientinnen und Patienten stehen oftmals am Freitag vor verschlossenen Türen." Hinzu kommt, dass alteingesessene Spezialisten ihre Ordination oftmals nur für ein paar Stunden in der Woche geöffnet haben - ganz zu schweigen von mangelnden Angeboten an Tagesrandzeiten, die gerade für berufstätige Personen interessant wären. "Die WGKK ist permanent bestrebt, diesen Umstand zu ändern. Wir sind aber immer wieder am Widerstand der Ärztekammer gescheitert", so Reischl.

Untermauert wird diese Einschätzung durch die extreme Bandbreite bei den Fallzahlen pro Fach und Jahr: Eine Auswertung für Einzelordinationen aus dem Jahr 2013 zeigt, dass etwa in der Augenheilkunde Ordinationen zwischen 170 und 21.733 Behandlungsfälle ausweisen. Eine extreme Spreizung gibt es etwa auch in der Dermatologie - zwischen 1.181 und 16.804 Behandlungsfälle - oder im Bereich HNO, wo Ordinationen zwischen 202 und 14.486 Fälle ausweisen. Reischl: "Anstatt ständig nach mehr Geld und Kassenstellen zu rufen, appelliere ich an die Ärzteschaft und ihre Vertreter, zuallererst ihrem Versorgungsauftrag nachzukommen."

Dies gelte auch für die physikalische Medizin. Hier werden nach Einschätzung der WGKK vor allem passive Therapien wie Massagen, Packungen oder Bäder verordnet. Aktuell liegt der Anteil dieser passiven Behandlungen bei nahezu 90 Prozent. Im Jahr 2013 wurden rund 21 Millionen Euro dafür ausgegeben. Reischl: "In manchen Fällen sind die Behandlungen vermutlich eher als Wellness-Treatment anzusehen und weniger als Krankenbehandlung. Unsere Expertinnen und Experten raten, in diesem Bereich viel stärker in Richtung Bewegungstherapie zu gehen. Dafür wollen wir auch mehr Geld in die Hand nehmen."

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/231/aom

apa.at

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