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APA-Artikel 24. März 2015

Spitalsärzte - Wiens Ordensspitäler ersuchen Stadt um mehr Geld

Auch die Wiener Ordensspitäler sind von der neuen Arbeitszeitregelung für Ärzte betroffen. Zu erwarten sind Mehrausgaben - die nur zu bewältigen seien, wenn sie von der Stadt abgedeckt werden, wie Vertreter der insgesamt acht Häuser am Dienstag in einer Pressekonferenz urgierten. Nötig sei etwa die Aufnahme zusätzlicher Mediziner, hieß es.

"Die Zusatzkosten durch die neue Arbeitszeitregelung sind für uns ein massives Problem", versicherte Manfred Greher, der Ärztliche Direktor des Herz-Jesu-Krankenhauses und Sprecher der Plattform der Wiener Ordensspitäler. Es gebe zwar eine bis 2016 laufende Finanzierungsvereinbarung mit der Stadt, die eine "mittelfristige Planbarkeit" ermögliche, durch die neuen Bestimmungen sei hier jedoch eine Anpassung nötig.

Denn die neuen Regelungen brächten eine Reduzierung der Arbeitszeit um rund 20 Prozent sowie die Ausweitung der Ruhezeiten. Zugleich müssten die Grundgehälter - etwa vergleichbar dem Schema in den Gemeindespitälern - steigen und es gebe die Notwendigkeit, neue Ärzte einzustellen. "Das bedeutet eine massive Überschreitung des Budgets", warnte Greher. Hier sei man auf die Stadt Wien angewiesen. Denn die Ordensspitäler, so wurde betont, hätten einen öffentlichen Versorgungsauftrag und würden mit öffentlichem Geld finanziert.

Laut Stephan Lampl, er ist Beauftragter der Interessensgemeinschaft Ordensspitäler für die Koordination der Finanz- und Leistungssteuerung, beträgt der zu erwartende gesamte Mehraufwand für 2015 rund 11 Mio. Euro. Für 2016 errechneten die betroffenen Anstalten eine zusätzliche Belastung von insgesamt 9,9 Mio. Euro. Laut den Spitalsvertretern sollen rund 40 Ärzteposten neu geschaffen werden.

Einsparungen wie im Krankenanstaltenverbund, in dem Stellen gestrichen werden sollen, seien nicht geplant, wurde heute beteuert. "Bei uns ist die Personaldecke auch jetzt schon sehr tief", erklärte Lampl. Auch gebe es noch keine Leistungskürzungen. Die Verhandlungen mit der Gewerkschaft beginnen am Donnerstag. Über mögliche Maßnahmen, falls die Stadt den Wunsch nach mehr Geld nicht erhört, will man noch nicht nachdenken, wie betont wurde. Der Fortbestand der "äußerst effizienten" und bei der Bevölkerung anerkannten Häuser dürfe aber nicht gefährdet werden, hieß es.

In den acht Ordens-Krankenhäusern in Wien wurden im Vorjahr insgesamt 125.000 Patienten stationär aufgenommen. Beschäftigt sind in den Spitälern rund 4.100 Menschen - davon 780 Ärzte.

apa.at

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