zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 23. März 2015

Spitalsärzte - Wiener Opposition hält Demo für gerechtfertigt

Während die Wiener Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) am Sonntag im APA-Interview davor gewarnt hat, dass die Ärztedemo am morgigen Montag die Patienten verunsichert könnte, sieht die Rathausopposition die Proteste als absolut gerechtfertigt an. Dass die Ärzte erneut auf die Straße gehen, sei nicht verwunderlich, befand etwa die FPÖ.

Wiens FP-Gesundheitssprecher Peter Frigo und der nicht amtsführende Stadtrat David Lasar zeigten sich am Sonntag in einer Aussendung "solidarisch mit der Ärzteschaft". Wehsely müsse endlich für Verhandlungen bzw. zu einem Nachverhandeln mit den Ärzten bereit sein: "Zurück an den Start, zum Wohle der Patienten - das wäre die einzige Möglichkeit, das herrschende Chaos zu beseitigen", versicherte Lasar.

Gesundheitssprecher Frigo forderte "generell mehr Personal", sowohl im Pflegebereich als auch bei den Medizinern: "In anderen Bundesländern wird um 10 Prozent aufgestockt, in Wien herrscht bereits ein Ärztemangel und man will zusätzlich wenigstens 10 Prozent durch das neue Arbeitszeitmodell abbauen."

Während die Ambulanzen dramatisch überfüllt und Wartezeiten bis zu sechs Stunden keine Seltenheit seien und gleichzeitig Operationen aus Mangel an Personal verschoben werden müssten, wolle man dennoch 382 Ärztedienstposten reduzieren, wurde bekrittelt: "Es ist zu erwarten, dass sich diese Zustände durch das neue Arbeitszeitmodell weiter verschärfen werden", hieß es in der FP-Aussendung.

"Den berechtigten Protest der Ärzte als Verunsicherung der Patienten zu brandmarken, ist schlicht und einfach unzulässig", stellte Wiens ÖVP-Chef Manfred Juraczka in einer Pressemitteilung fest. Stattdessen sei es die Gesundheitspolitik der Stadt, "die in vielen Bereichen säumig ist und damit zu Lasten der Patienten geht".

Eine personelle Kürzung im Bereich der Krankenhausärzte mit einer nicht einhergehenden Aufstockung der niedergelassenen Ärzte und einem Zuzug von über 20.000 Menschen nach Wien pro Jahr ist laut Juraczka "schlichtweg nicht kompatibel". Auch begleitende Maßnahmen wie den Ausbau des Pflegepersonals nicht zu berücksichtigen, "ist ebenso alles andere als durchdacht". "Wehsely muss sich endlich zu echten Nachverhandlungen bereit erklären und auf die verständlichen Sorgen der Belegschaft eingehen", forderte der ÖVP-Obmann.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben