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APA-Artikel 6. März 2015

CH: Vorschläge für neue Spielregeln bei Medikamentenpreisen

Das Bündnis Freiheitliches Gesundheitswesen hat Vorschläge für stabile Spielregeln bei der Festsetzung von Medikamentenpreisen vorgelegt. Denn der Bund kremple innert fünf Jahren das Zulassungs- und Preisfestsetzungssystem zum fünften Mal um, kritisiert das Bündnis.

Stabile Rahmenbedingungen seien für eine wirksame, zweckmässige und wirtschaftliche Medikamentenversorgung notwendig, hiess es an einer Pressekonferenz am Freitag in Bern.

Dabei gehe es nicht nur um Fragen der Preisfestsetzung, sondern unter vielen anderen Aspekten auch um den raschen und unbürokratischen Zugang zu den neuesten, wirksamsten und verträglichsten Medikamenten.

Das Bündnis plädiert für weniger Verschwendung von Medikamenten: Heute gebe es jährlich Arzneimittelabfälle im Wert von gegen 500 Millionen Franken. Der Bund müsse dafür rasch ein konkretes Lösungspaket vorlegen.

Bei der Zulassung von Medikamenten für den Schweizer Markt sei es nicht notwendig, Produkte, die in Ländern mit vergleichbarem Zulassungssystem bereits auf dem Markt seien, nochmals umfassend zu prüfen.

Überall dort, wo rezeptpflichtige Medikamente mit gleicher Wirkung im Wettbewerb stünden, solle die Preisfestlegung beim Hersteller liegen, fordert das Bündnis. Mit geeigneten Anreizen für den Handel müsse sichergestellt werden, dass sich die Verschreibung der Medikamente mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis lohne. Nur bei Medikamenten ohne Konkurrenzprodukte sei eine staatliche Regulierung denkbar.

Die Abgeltungen der Medikamentenabgabe im heutigen System seien viel zu wenig auf Anreize ausgerichtet, die zu Mehrwerten zu Gunsten der Gesundheitsversorgung führten, kritisiert das Bündnis. Die Abgeltung der abgebenden Stellen müsste so weit wie möglich vom Fabrikabgabepreis losgelöst werden.

Das Bündnis Freiheitliches Gesundheitswesen wurde im Herbst 2013 in Bern gegründet. Ihm gehören 19 grosse Verbände und Unternehmen aus allen Bereichen des Gesundheitswesens an.

apa.at

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